Virus-Ausbruch

Trotz Hantavirus: Argentinien-Fans reisen zur WM

Kurz vor der Fußball-WM in den USA sorgt ein Virus-Ausbruch in Argentinien für Unruhe. Die Zahl der Infektionen steigt, dennoch werden Tausende Fans erwartet, um ihre Mannschaft rund um Lionel Messi zu unterstützen. 

In Argentinien breitet sich derzeit das Hantavirus deutlich stärker aus als im Vorjahr. Seit Juni 2025 wurden laut Gesundheitsministerium mehr als 100 Infektionen bestätigt, dazu kommen bereits 32 Todesfälle. Besonders betroffen ist die Provinz Buenos Aires.

Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgte zuletzt ein Ausbruch auf einem Kreuzfahrtschiff mit mehreren Erkrankungen und Todesfällen. Seither wurden auch in anderen Ländern Fälle registriert.

WM-Fans reisen trotzdem in die USA

Brisant: Schon in wenigen Wochen beginnt die Fußball-WM in den USA. Argentinien zählt traditionell zu den Ländern mit den meisten reisenden Fans, vor allem, weil die Nationalmannschaft Titelverteidiger ist und das Turnier womöglich Lionel Messis letzter WM-Auftritt sein könnte. Erwartet werden daher Tausende Anhänger bei Spielen in Städten wie Kansas City und Dallas. Bei der WM 2022 in Katar sollen zwischen 35.000 und 40.000 Fans aus Argentinien angereist sein.

Wie gefährlich ist das Virus?

Gesundheitsexperten versuchen jedoch zu beruhigen. Anders als Atemwegsviren verbreite sich das Hantavirus deutlich schwerer. Der in Argentinien vorkommende Andes-Stamm könne zwar in seltenen Fällen von Mensch zu Mensch übertragen werden, dafür sei allerdings „lang anhaltender, enger Kontakt“ nötig, erklärte Infektions-Experte Jeffrey Goad. „Weltmeisterschaftsarenen sind epidemiologisch anders“, sagte der Experte. Das Risiko in Stadien sei deshalb anders zu bewerten als etwa auf engem Raum wie einem Kreuzfahrtschiff oder im gemeinsamen Haushalt.

WHO sieht derzeit geringes Risiko

Auch die Weltgesundheitsorganisation warnt aktuell nicht vor Panik. WHO-Sprecher Tarik Jašarević erklärte, das Risiko für die Weltbevölkerung werde derzeit als gering eingestuft. Gleichzeitig werde die Lage aber weiter genau beobachtet. US-Behörden betonen ebenfalls, dass eine größere Ausbreitung in den Vereinigten Staaten derzeit als äußerst unwahrscheinlich gelte. Trotzdem verfolgen Gesundheitsämter in möglichen Spielorten der Argentinier die Entwicklung aufmerksam.

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