Kommt XXL-Saison?

Nach Türkei-Comeback: Nächster Kult-Kurs vor Formel-1-Deal

26.04.2026

Unter der Woche sorgte die Meldung, dass die Formel 1 ab 2027 in die Türkei zurückkehrt, für Begeisterung. Doch der Istanbul-Park ist nicht der einzige Kurs, der vor einem Comeback steht. Aufgrund vieler laufender Verträge deutet vieles schon bald auf eine Rekord-WM hin. 

Zur Vollversion des Artikels
© Getty
Zur Vollversion des Artikels

Die Formel-1-Weltmeisterschaften 2024 und 2025 waren mit jeweils 24 Rennen bisher die längsten der Geschichte. Heuer dürfte das durch den Ausfall der Rennen in Bahrain und Saudi-Arabien nicht gelingen. Beim derzeitigen Stand wird die Saison mit 22 Grand Prix zu Ende gefahren.

Doch schon bald könnte ein neuer Rekord in den Büchern stehen. Denn während ab nächster Saison mit dem GP der Niederlande in Zandvoort nur ein Rennen aus dem Kalender gestrichen wird, kommen mit Istanbul und Portugal zwei Rennen dazu. Sprich: Schon nächstes Jahr werden 25 Stationen zu absolvieren sein.

Härtetest für Teams

Für die Verantwortlichen und Crews bei den Teams eine logistische Herausforderung, da der Transport der Boxen-Ausstattung gut geplant sein muss und mehrere Rennen im Wochentakt zu absolvieren sein werden.

© GEPA

Während man aus Kostengründen in Barcelona und Belgien bereits weniger Rennen absolviert und die Motorsport-Königsklasse nur noch alle zwei Jahre empfängt, kämpfen weiterhin mehrere Destinationen darum, in den Kalender aufgenommen zu werden. Doch viel Platz gibt es nicht, wie die Übersicht der laufenden Verträge zeigt. 

So lange laufen die Verträge der Formel-1-Strecken

  • GP der Niederlande in Zandvoort: Bis 2026
  • GP von Las Vegas: Bis 2027
  • GP von Portugal in Portimao: 2027, 2028
  • GP von Singapur: Bis 2028
  • GP von Mexiko in Mexiko City: Bis 2028
  • GP von Japan in Suzuka: Bis 2029
  • GP von China in Shanghai: Bis 2030
  • GP von Saudi-Arabien in Jeddah: Bis 2030 (Ab 2027 in Qiddiya)
  • GP on Brasilien in Sao Paulo: Bis 2030
  • GP von Abu Dhabi: Bis 2030
  • GP von Aserbaidschan in Baku: Bis 2030
  • GP von Italien in Monza: Bis 2031
  • GP von Belgien in Spa-Francorchamps: Bis 2031 (jährlich wechselnd mit Katalonien)
  • GP von Katalonien in Barcelona: Bis 2032 (jährlich wechselnd mit Belgien)
  • GP von Ungarn in Budapest: Bis 2032
  • GP der Türkei in Istanbul: Bis 2032
  • GP von Katar in Lusail: Bis 2032
  • GP von Großbritannien in Silverstone: Bis 2034
  • GP der USA in Austin: Bis 2034
  • GP von Kanada in Montreal: Bis 2035
  • GP von Monaco in Monte Carlo: Bis 2035
  • GP von Spanien in Madrid: Bis 2035
  • GP von Bahrain in Sakhir: Bis 2036
  • GP von Australien in Melbourne: Bis 2037
  • GP von Österreich in Spielberg: Bis 2041
  • GP von Miami: Bis 2041

Der Österreich-Grand-Prix hat neben Miami die längste Laufzeit und ist abgesichert. Las Vegas ist für die F1-Bosse ein voller Erfolg, die Verlängerung über 2027 hinaus dürfte nur noch Formsache sein. Insgesamt casht die Formel 1 durch die Verträge mit den Rennstrecken alleine schon fast eine Milliarde Dollar.

Kein Platz für Kult-Strecken

Doch Traditions-Strecken, wie in Deutschland (Nürburgring oder Hockenheimring) oder Imola, fehlen weiterhin in der Liste. Auch den legendären Kurs in Malaysien (Sepang) wünschen sich viele PS-Fans zurück, doch derzeit deutet nichts darauf hin, dass diese Wünsche erfüllt werden.

Dafür gibt es weiterhin Bemühungen, einen Standort wieder ins Renne zu bringen, auf dem die Motorsport-Elite zuletzt 1993 gastierte. Der bislang letzte Sieger ist niemand Geringerer als Alain Prost. Konkret geht es um den GP von Südafrika.

Kein Rennen in Afrika

Während man im asiatischen Raum weiter expandiert, gibt es derzeit weiterhin kein einziges Rennen in Afrika. Das soll sich nun schon bald ändern. Selbst Südafrikas Sportminister Gayton McKenzie setzt sich dafür ein und tönte zuletzt, dass seine Amtszeit nicht erfolgreich sei, wenn er den Deal nicht einfädeln könnte.

Im Vorjahr soll es sogar schon konkrete Verhandlungen gegeben haben. Damals meinte McKenzie, dass es 2026 "definitiv keinen GP in Südafrika geben wird". Allerdings weiß man nun, welche Anforderungen an das Land und den Austragungsort gestellt werden. "Die Formel 1 reicht uns die Hand und wir arbeiten an einem Angebot, das sie nicht ablehnen können", kündigte der Politiker an.

© Getty

Dafür wird der Kyalami Circuit bereits umgebaut. Die Kosten belaufen sich vorerst auf etwa 15 Millionen Dollar. Dann fehlt nur noch der Zuschlag und Fans könnten sich spätestens ab 2028 auf eine Saison mit mindestens 28 Rennen freuen.  

Weitere Artikel