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2010 kommt erster österreichischer Oscar

Noch namenlos

2010 kommt erster österreichischer Oscar

Der Oscar soll einen österreichischen Verwandten bekommen: Die im März gegründete "Akademie des österreichischen Films" möchte im Winter 2010 erstmals einen österreichischen Filmpreis vergeben. Der Name der Auszeichnung ist noch ebenso in Diskussion wie ihre Kategorien, doch die beiden Hauptpreise (Bester österreichischer Spielfilm, Bester österreichischer Dokumentarfilm) sollen, so Akademie-Präsident Karl Markovics, "möglichst hoch dotiert werden". Im Gespräch mit der APA stellte er heute, Freitag, gemeinsam mit den Vorstandsmitgliedern Josef Aichholzer und Eva Spreitzhofer-Wiesner erstmals detailliert die Filmakademie-Pläne vor.

Neue Initiative
Die "Höhenflüge des österreichischen Films" sowie die Erfahrungen österreichischer Filmschaffender bei Akademie-Preisverleihungen in Deutschland und den USA hätten zu der neuen Initiative geführt, die nach bisher drei gescheiterten Anläufen endlich einen Oscar des österreichischen Films ins Leben rufen möchte, schilderte Produzent Aichholzer. Um bessere Arbeitsbedingungen, Kollektivverträge und finanzielle Rahmenbedingungen sollen sich wie bisher die verschiedenen Verbände der Filmbranche kümmern, die neue Filmakademie (wo man keine Verwechslung mit der universitären Ausbildungsstätte "Filmakademie Wien" befürchtet) soll "für den Glamourfaktor sorgen", Imagepflege in der Öffentlichkeit betreiben und internationale Vernetzung betreiben. "Wir wollen vom Understatement weg", so Drehbuchautorin Eva Spreitzhofer-Wiesner.

Gala soll 'Das Beste von allen' werden
Schielt man im Land der Nestroy- und Romy-Galas nun eher Richtung "Academy Awards" nach Hollywood oder Richtung Deutscher Filmpreis? "Schön wäre eine Art 'Das Beste von allen'", so Markovics, "das Gleiche wie der Oscar wäre lächerlich, denn da schauen Hunderte Millionen Fernsehzuschauer in aller Welt zu. Schön wäre aber eine Gala mit rotem Teppich, Smoking und Abendkleid, bei der man sich dennoch wohlfühlen kann." Da man dafür unbedingt den ORF als Partner gewinnen möchte, hat man den weiteren Zeitplan ein wenig nach hinten verschoben. Die Generalversammlung der Akademie, bei der Details diskutiert und möglichst beschlossen werden sollen, ist nun für das Frühjahr 2010, die erste Gala jedenfalls noch für 2010 geplant.

Gesamte Breite des heimischen Filmschaffens widerspiegeln
Vorerst wirbt man unter den österreichischen Filmschaffenden um Akademie-Mitglieder, die für 150 Euro Jahresmitgliedsbeitrag auch die Stimm-Berechtigung für den noch namenlosen Preis erwerben, der von einem heimischen Künstler gestaltet werden soll. Er wird jedenfalls auch Kategorien wie Regie, Kamera, Drehbuch, Ausstattung und Spezialpreis, voraussichtlich aber keine eigenen Würdigungen für Kinder- und Jugendfilm, Kurzfilm oder Filmmusik umfassen (Markovics: "Das ist aber alles noch nicht in Stein gemeißelt."). Der Vorstand sowie die bisher rund 70 Mitglieder sollen die gesamte Breite des heimischen Filmschaffens widerspiegeln und reicht von Kameramann Martin Gschlacht und Drehbuchautor Rupert Henning über die Regisseure Harald Sicheritz, Stefan Ruzowitzky, Barbara Albert (neben Markovics Präsidentin) und Reinhard Schwabenitzky bis zu den Schauspielerinnen Nina Proll und Ursula Strauss.

Profitiert von dem seit zwei Jahren spürbaren neuen Gemeinschaftsgefühl der Branche
Dabei profitiere man von dem seit zwei Jahren spürbaren neuen Gemeinschaftsgefühl der Branche, in der Diskussionen zwischen Avantgarde- und Kommerzfilmern ebenso der Vergangenheit angehörten wie Streits zwischen Regisseuren und Produzenten, meinte Aichholzer: "Wir haben zu einer neuen Identität gefunden. Und die soll sich nun im Österreichischen Filmpreis und der Österreichischen Filmakademie ausdrücken." Gespräche mit öffentlichen wie privaten Financiers liefen jedenfalls vielversprechend, und auch sonst glaubt man an einen nachhaltigen Sinneswandel in der heimischen Politik. An einem Rabattmodell nach deutschen Vorbild wird gerade gearbeitet. Am 1. Juli 2010 soll es in Kraft treten, hofft man. Und hätte damit bereits ein Thema für die Dankesreden bei der ersten österreichischen Filmpreisgala.

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