31. August 2010 11:16
© bank Austria Forum/frida kahlo
Als die Frida-Kahlo-Ausstellung heuer in Berlin lief, gab es wegen des
heftigen Andrangs "Blockabfertigung“ (wie vor dem Tauerntunnel): Bis zu
sieben Stunden mussten die Kunstfreunde auf den Einlass warten.
Heute Abend eröffnet Ingried Brugger, die Chefin des BA Kunstforums, die
spektakuläre Kahlo-Schau in Wien. Ein „Run“ wird auch hier erwartet: "Wir
haben sogar Ticketvorbestellungen aus Australien“, staunt Brugger.
Die mexikanische Künstlerin und Revolutionärin Frida Kahlo (1907–1954) gilt
aus zweierlei Gründen als Publikumsmagnet. Zum einen ihrer Bilder wegen: "Kahlo
brachte die damals modernsten künstlerischen Strömungen – Surrealismus, Neue
Sachlichkeit und Naive Malerei – unter einen Hut“, erläutert Brugger.
Frida Kahlo war schon zu Lebzeiten eine Ikone
Und zum anderen
durch ihre charismatische Persönlichkeit, die ihr selbst den dauerhaften
Status einer "Ikone“ verschaffte. Kahlo zelebrierte ihre
Anziehungskraft auf Männer (den Ehemann Diego Rivera, den Politiker Leo
Trotzki oder den Surrealisten André Breton) ebenso wie ihre körperlichen
Gebrechen: Ein Bus-Unfall, bei dem sie als Mädchen von einer Eisenstange
durchbohrt worden war; ein angeborener Wirbelsäulendefekt, der operiert
werden musste; Schwangerschaftsabbrüche; eine Beinamputation und schwere
Depressionen veranlassten Kahlo dazu, "sich in ihren Bildern eine
paradiesisch-exotische Gegenwelt zu kreieren“, wie Ingried Brugger
interpretiert. "Wobei sie einerseits mit dem Leiden flirtete und sich
andererseits dagegen aufbäumte und förmlich schrie: Ich bin stärker!‘“
1953, nachdem sie schon weltweit als Künstlerin und lebendes "Gesamtkunstwerk“
gefragt war – so widmete ihr der amerikanische Fotograf Nickolas Murray ein
exzeptionelles Fotoshooting in New York –, erlebte sie ihre erste
Einzelausstellung in Mexico City. An dieser konnte sie aber nur noch in
einem Bett liegend teilnehmen.
Frida Kahlo, Eröffnung Dienstag, 18.30 Uhr, Palais Ferstel &
BA Kunstforum