Sonderthema:

Ausstellung

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"Es muss mehr Licht in die Vergangenheit"

„Es muss mehr Licht, Helligkeit, Sauberkeit in die Geschichte dieses Hauses gebracht werden“, sagt Ioan Holender, „und deshalb versuchen wir, die Zudeckungen, gefilterten Halbwahrheiten, Unwahrheiten bei der Darstellung der Nazi-Zeit zu beseitigen.“ Der Direktor der Wiener Staatsoper hat eine Ausstellung 70 Jahre danach – Opfer, Täter, Zuschauer veranlast, die vom 10. März bis Saisonschluss in seinem Haus gezeigt wird. Die Ereignisse des „Anschlusses“ im Jahr 1938 sind Thema dieser Ausstellung, aber auch „die vielfach geschönte und getürkte Geschichte der Zeit nach 1945“.

Verpflichtung zur Vergangenheitsbeschäftigung
Es gibt in der Staatsoper, bei den Wiener Philharmonikern, beim ORF zahllose Akten, Dokumente, Aufzeichnungen, die den Umgang der NS-Zeit (und nicht nur der Parteibonzen) mit rassisch und politisch missliebigen Personen, aber auch jenen der Republik mit ihrer dunklen Vergangenheit belegen. „1991, als ich hier begann, hieß es: Nur weg mit all diesen Akten, Dokumenten, wir haben keinen Platz dafür“, sagt Holender. Aber „wir haben die Verpflichtung, uns mit der Vergangenheit zu beschäftigen, damit wir unsere Gegenwart verstehen.“

Traurige Details der Geschichte
Die Schau, die auch entgegen dem Misstrauen der Philharmoniker traurige Details aus deren Geschichte umfasst, soll später Teil des Staatsopern-Museums (Hanusch-Hof) werden, um spätere Generationen an das schlimmste Kapitel unserer jüngsten Vergangenheit zu erinnern.

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