Fasching startet heuer mit Lady Gaga

ÖSTERREICH-Interview

Fasching startet heuer mit Lady Gaga

I’m A Freak – schon das Intro gibt die Leitlinie zum bizarrsten Konzert des Jahres vor. Am 11. November um 20.30 Uhr startet Lady Gaga (24) mit ihrem erst zweiten Wienkonzert in der Stadthalle. Vor 15.000 Fans beginnt ihre Monster Ball-Show als Schattenspiel: Den Eröffnungssong Dance In The Dark singt sie hinter dem Screen verborgen! Erst zu Glitter and Grease fällt der Vorhang und ­offenbart eine apokalyptische Großstadtkulisse mit Treppen, Autowrack und Neon-Schildern wie Ass (Po) oder Drugs (Drogen). Gaga tanzt im knappen lila Badeanzug.

„Jetzt gehört ihr mir!“
Beim Auto angekommen, kreischt sie ihre Begrüßung: „Mein Name ist Lady Gaga. Willkommen zum Wiener Monster Ball. Das ist keine Imitation, sondern das fuckin’ wahre Ding. Ein Platz für aller Wiener Freaks, und ich habe den Schlüssel weggeworfen. Jetzt gehört ihr mir!“

Gekonnt öffnet sie die Motorhaube, doch Stefani Joanne Angelina Germanotta (Gaga bürgerlich) will nicht als Mechanikerin glänzen – sondern als Pianistin: Im Auto ist ein Klavier versteckt. Ein Show-Trick zut Just Dance. Bei The Fame stülpt sie sich einen 1- Meter-Hut über, dann verschwindet sie in einer Falltür. Mit roter Burka samt Gesichtsschlitz kommt sie für The Fame wieder.

Heilige und Hure.
Die nächste Kostümwechsel- Pause wird auch in der Stadthalle mit einem Schock-Video überbrückt: Eine Tänzerin speit grünen Schleim auf Gaga. Plötzlich steht eine New Yorker U-Bahn-Garnitur (!) auf der Bühne und Gaga stimmt im transparenten Mini-Kleidchen und Nonnen-Hut den Welthit Love Game an– der größte Kirchenaufreger seit dem Madonna-Video Like A Prayer (1989).

Zum Finale des Dis­cohits schwingt sie eindeutig zweideutig einen Riesen-Besenstiel. „Ich hab einen großen Schwanz.“ Jetzt ist sie voll auf dem Sex-Trip: Zu Boys Boys Boys lässt sie ihre Tänzer am ausgestopften Gemächt herumspielen und bei Money Honey tanzt sie mit schwarzem Ledermantel lasziv auf einer Hebebühne.

Gaga killt Stofftiere.
Dann strippt sie – trägt nur einen Mini-BH und ein Lederhöschen. Den Megahit Telephone singt sie mitten unter den Fans, die sie liebevoll „meine kleinen Monster“ nennt. Aber Vorsicht: Sie zerbeißt Fan-Geschenke! „Jedem Stofftier, das auf die Bühne fliegt, beiße ich den Kopf ab.“

Bei der Ballade Speechless beweist Gaga Improvisationstalent. Spontan baut sie landespezifische Biersorten oder Mehlspeisen ein: „Ein Beweis, dass das hier alles live ist.“

 

ÖSTERREICH: Wer ist Lady Gaga?
Lady Gaga: Ich bin ein Gesamtkunstwerk! Zurzeit der einzige Star weltweit, der Musik, Sex und Kunst zu einer höheren Kunstform kombiniert. Darum geht’s bei Lady Gaga. Dazu habe ich gerade den sechsten Nummer-eins-Hit in den USA. Somit bin ich der größte Star der Welt!

 

ÖSTERREICH: Woher kommt Ihr Künstlername?
Gaga: Von Radio Gaga von Queen natürlich. Ich liebe Freddie Mercury. Wenn ich traurig und einsam zu Hause herumsaß, hat mir Freddie Kraft gegeben. Ich hörte seine Musik – und dachte: Der hat es auch geschafft.

ÖSTERREICH: Was ist der Grund Ihres Erfolges?
Gaga: Ich habe ein paar Hit-Platten geschrieben. Nicht bloß einen Song, sondern alle meine Alben sind ein Hit. Mein Erfolg ist eine Kombination aus der Musik und meinem Lifestyle, den ich gerade bei den Konzerten exzessivst ausleben kann.

ÖSTERREICH: Wie wichtig ist Ihnen Erfolg?
Gaga: Der ist gar nicht so wichtig: Ich hatte auch kein Konzept dafür. Ich bin einfach gekommen, um zu bleiben.

ÖSTERREICH: Keine Angst, dass Ihr ständiges Sexgehabe dabei die Musik überstrahlt?
Gaga: Niemals! Es ist ja nicht so, dass zu meinen Konzerten 50-jährige Männer kommen und sich dabei einen runterholen. Mein Sex ist offensiv, aber nie pervers!

ÖSTERREICH: Also alles nach dem Motto: „Sex sells“?
Gaga: Ich liebe Sex. Aber tut das nicht jeder? Ich würde wirklich gerne mal einen Menschen auf der Welt kennenlernen, der Sex nicht mag. Aber den gibt es wohl nicht (lacht).

ÖSTERREICH: Wie sehr provozieren Sie mit Ihrem Look?
Gaga: Das liegt in den Augen des Betrachters. Ich halte mich nicht an die Regeln der Gesellschaft, sondern nur an meine …

ÖSTERREICH: Schockieren Sie deshalb gar so gerne?
Gaga: Nur für Menschen, die ohne Mut und Fantasie durchs Leben gehen, ist mein Stil ein Schock. Ich finde es gut, dass ich nicht so aussehe wie alle anderen Popstars. Vielleicht verändert sich dadurch sogar ein wenig, was die Leute sexy finden; ich jedenfalls fühle mich in meiner Garderobe wie eine begehrenswerte, machtvolle Frau.

ÖSTERREICH: Halten Sie sich für sexy?
Gaga: Sexy nicht, aber hübsch. Und interessant. Wäre ich ein Junge, würde ich mit mir ausgehen wollen. Aber viele fürchten sich vor mir, weil sie denken, ich sei zu dominant.

ÖSTERREICH: Haben Sie nach all den Erfolgen denn gar keine Angst vor dem Absturz?

Gaga: Das entscheide nicht ich, sondern meine Fans. Aber ich kann mir schon vorstellen, dass ich irgendwann mal in einem Atemzug mit Elton John, David Bowie, Michael Jackson oder Grace Jones genannt werde.

ÖSTERREICH: Und Madonna?
Gaga: Ich bewundere sie inbrünstig. Doch nur weil wir beide blond sind und mit unserer Sexualität offen umgehen, muss sie nicht mein Vorbild sein.

ÖSTERREICH: Wie sehr beeinflusst einen kunstbeflissenen Mensch wie Sie die Kunst­metropole Wien?
Gaga: Total. Bei meinem Besuch im Sommer 2009 lag ich in meinem Hotelzimmer und habe Gedichte geschrieben, gezeichnet und Bühnenpläne entworfen. So inspiriert war ich noch nie!

ÖSTERREICH: Was lieben Sie an Europa?
Gaga: Hier darf man am Strand oben ohne liegen. Das ist gut, denn ich habe entzückende Brüste!(zet)

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