Fünf Grammys für Amy Winehouse

Auszeichnung

Fünf Grammys für Amy Winehouse

Die mit Drogen- und Alkoholproblemen kämpfende britische Sängerin Amy Winehouse ist bei der Grammy-Verleihung mit einem wahren Preissegen überschüttet worden. Die 24-Jährige erhielt bei der Gala am Sonntagabend (Ortszeit) in Los Angeles fünf der begehrten Musikpreise, unter anderem für die Aufnahme des Jahres, den Song des Jahres und für das beste Pop-Album. Der amerikanische Rapper Kanye West, mit acht Nominierungen Top-Favorit, konnte immerhin drei Trophäen ergattern. Zahlreiche Legenden der Rock- und Popgeschichte verliehen der Veranstaltung zum 50-jährigen Jubiläum der Grammys Glanz.

Sie war via Leinwand aus London zugeschaltet, aber dennoch umjubelt. Sehen Sie hier den wunderbaren Auftritt von Amy Winehouse ("Rehab") bei der Grammy-Gala!
Video

Sehen Sie hier einen Überblick über die wichtigsten Gewinner

Kategorie

Gewinner

Single des Jahres

„Rehab“ von Amy Winehouse

Album des Jahres

"River: The Joni Letters" von Herbie Hancock

Song des Jahres

„Rehab“ von Amy Winehouse

Bester neuer Künstler

Amy Winehouse

Beste weibliche Gesangsdarbietung – Pop

„Rehab“ von Amy Winehouse

Beste männliche Gesangsdarbietung – Pop

„What Goes Around ... Comes Around“ von Justin Timberlake

Beste Pop-Gruppe

Maroon 5

Beste Darbietung eines Duos oder einer Gruppe mit Gesang – Rock

The White Stripes

Beste Solo-Gesangsdarbietung – Rock

Bruce Springsteen

Bester Rock-Song

"Radio Nowhere", Bruce Springsteen

Beste Duo-Performance R&B

Rihanna und Jay Z. (Umbrella)

Beste weibliche Gesangsdarbietung – R&B, bester R&B-Song

Alicia Keys

Lesen Sie auf der nächsten Seite alles über die Starnacht!

Sensation durch Herbie Hancock
Winehouse, die derzeit eine Entziehungskur macht, nahm an der Gala nicht persönlich teil. Sie wurde mit wächsernem Gesicht aus London live zugeschaltet. "Es ist eine Ehre, hier zu sein. Danke Ihnen sehr, sehr", sagte sie mit tonloser Stimme. Die britische Sängerin war insgesamt für sechs Grammys nominiert. Nur den Preis für das Album des Jahres erhielt sie nicht - er ging stattdessen überraschend an US-Jazzlegende Herbie Hancock für seine CD "River: The Joni Letters". "Sie wissen ja, dass es 43 Jahre her ist, seit ein Jazz-Künstler zum ersten und einzigen Mal diesen Preis bekommen hat", sagte Hancock überwältigt.

Drei Grammys für West
Die CD "Graduation" von Rapper Kanye West wurde zum besten Rap-Album gekürt, der Song "Stronger" zum besten Soloauftritt eines Rappers und "Good Life" zum besten Rap-Song. West ehrte seine vor kurzem gestorbene Mutter Donda mit dem emotional vorgetragenen Song "Mama". Er hatte sich das Wort auch in den Hinterkopf rasiert.

"The Boss" erhielt drei Preise
Altrocker Bruce Springsteen erhielt drei Preise, unter anderem für die beste Rocksingle "Radio Nowhere". Zum besten Rockalbum des Jahres wurde "Echoes, Silence, Patience & Grace" von der Band Foo Fighters ernannt.

Umjubelter Auftritt von Tina Turner
Einen umjubelnden Auftritt zum 50. Jubiläum der wohl bedeutendsten Musikpreise der Welt hatten Rock-Ikone Tina Turner und R&B-Star Beyoncé Knowles. In eng anliegenden, silberfarbenen Outfits sangen sie Turner-Klassiker wie "What's Love Got To Do With It". Auftritte hatten auch Aretha Franklin, Ringo Star, Stevie Wonder, Cindy Lauper und Tony Bennett.

Alicia Keys nahm den Preis für ihren Hit "No One" als beste R&B-Single aus den Händen von Popstar Prince entgegen. Sie hatte den Galaabend im Staples Center mit dem Duett "Learnin' the Blues" eröffnet - gemeinsam mit einer schwarz-weißen Videoprojektion von Frank Sinatra. "Frank Sinatra sah gut aus für seine 150 Jahre, oder?", scherzte Prince.

Winehouse aus London zugeschaltet
Um den Auftritt von Amy Winehouse hatte es im Vorfeld ein langes Rätselraten gegeben. Zunächst war unklar, ob sie aus gesundheitlichen Gründen überhaupt reisen sollte. Zudem verweigerten ihr die US-Behörden wegen ihrer Drogenabhängigkeit anfänglich ein Einreisevisum. Obwohl sie die Papiere schließlich bekam, blieb sie - wie es hieß - aus "logistischen Gründen" in London.

Von dort wurde sie aus einem plüschig-roten Club mit Fanpublikum zugeschaltet. Blass und in sich gekehrt gab sie den Hit "Rehab" zum Besten - ihre trotzige Absage an eine Entziehungskur. Als ihr fünfter Preis für die CD "Back To Black" bekanntgegeben wurde, verlor sie beinahe die Fassung.

Trotz des Jubels im Publikum wandte sich die 24-Jährige mit zuckendem Gesicht ab und vergrub den Kopf erst an der Schulter eines Musikers, später lehnte sie sich lange an ihre Mutter. "Für meine Mutter und meinen Vater, für meinen Blake, meinen eingesperrten Blake, und für London", sagte sie mit Hinweis auf ihren Mann Blake Fielder-Civil, der derzeit wegen Körperverletzung im Gefängnis sitzt.

Grammy für Obama
Der US-Präsidentschaftsanwärter Barack Obama hat nicht nur auf der politischen Bühne, sondern auch im Showgeschäft Erfolg: Für die Hörbuchfassung seiner Version vom amerikanischen Traum wurde der Demokrat am Sontag in Los Angeles mit einem Grammy ausgezeichnet. Die Audio-Version seines Buchs "The Audacity of Hope: Thoughts on Reclaiming the American Dream" (Titel der deutschen Ausgabe: "Hoffnung wagen - Gedanken zur Rückbesinnung auf den American Dream") gewann in der Kategorie "Gesprochenes Wort". Damit stach der Senator von Illinois gleich zwei frühere US-Präsidenten aus, denn Bill Clinton, der Mann von Obamas parteiinternen Rivalin Hillary Clinton, und Jimmy Carter waren ebenfalls in dieser Kategorie nominiert.

Für Obama ist es bereits sein zweiter Grammy, seinen ersten hatte er 2005 für die Hörbuch-Fassung seiner Autobiographie "Dreams From My Father" ("Träume meines Vaters") erhalten. Am Samstag hatte Obama mit seinen Siegen bei den Vorwahlen in den Bundesstaaten Washington und Louisiana sowie bei der Wahlversammlung in Nebraska Grund zum Feiern.

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