Hut statt Schleier: Mutter Courage in Teheran

Brecht-Hype

© Abedin Taherkenareh

Hut statt Schleier: Mutter Courage in Teheran

Bertolt Brecht ist im Iran einer der beliebtesten deutschsprachigen Schriftsteller. Fast alle seiner Dramen sind ins Persische übersetzt worden, nach Expertenmeinung in sehr guter Qualität. Und der Regisseur und Intendant des Berliner Ensembles, Claus Peymann, genießt nicht nur in der iranischen Theaterszene, sondern auch unter Akademikern an Hochschulen ein hohes Ansehen. So gab es am Dienstagabend in Teheran nach der lange ausverkauften und viel beachteten Premiere von Peymanns "Mutter Courage"-Inszenierung auch minutenlangen Beifall für das Berliner Ensemble - das es bei seinem Gastspiel nicht so einfach hatte.

Diskussionen über Schleier - Hut zum Ausweichen
Vor der Premiere wurde das Stück von einem Komitee des Kultusministeriums genauestens unter die Lupe genommen. Überzogene Textkontrollen und, laut Peymann, "orientalische Schlamperei" führten zu Spannungen zwischen den beiden Seiten. Außerdem gab es endlose Diskussionen über den Schleier, den die Schauspielerinnen laut den Vorschriften der iranischen Religionsbehörde während der Premiere tragen mussten. Schließlich einigte man sich auf Hüte und Mützen, obwohl Hauptdarstellerin Carmen-Maja Antoni mehrmals auch ihren Hut einfach abnahm.

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