Jens Petersen gewinnt Bachmann-Preis

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Jens Petersen gewinnt Bachmann-Preis

Der Schweizer Jens Petersen erhält den Ingeborg Bachmann-Preis 2009. Darauf einigte sich die Jury des Lese-Wettbewerbs unter dem Vorsitz von Burkhard Spinnen am Sonntag in Klagenfurt. Petersen setzte sich im Stechen gegen Ralf Bönt mit 5 zu 2 durch. Der Hauptpreis der 33. "Tage der deutschsprachigen Literatur" ist mit 25.000 Euro dotiert und wird von der Kärntner Landeshauptstadt gestiftet.

Der 1976 in Pinneberg geborene und in Zürich lebende Autor Jens Petersen wurde für seinen Romanauszug "Bis dass der Tod" mit dem Bachmann-Preis ausgezeichnet, ein düsterer Text über eine Beziehung und ihr tragisches Ende. Die Frau des Protagonisten Alex ist offenbar durch eine schwere Erkrankung ein Pflegefall geworden. Er muss ihr Morphium spritzen, sie versorgen. Er hat das viele Jahre lang getan, am Ende erschießt er sie, den geplanten Selbstmord führt er nicht aus. Die Vorbereitungen für die Verzweiflungstat werden detailliert beschrieben, die Sprache des Autors ist dabei fast schmerzhaft direkt.

Kelag-Preis für Bönt
Mit dem Kelag-Preis (10.000 Euro) wurde der Deutsche Ralf Bönt für seinen Text "Der Fotoeffekt" ausgezeichnet. Der mit 7.500 Euro dotierte 3sat-Preis ging an den Deutschen Gregor Sander für "Winterfisch". Den Ernst-Willner-Preis (7.000 Euro) erhielt die Deutsche Katharina Born für ihren Text "Fifty Fifty".

Der per Internet-Stimmabgabe vergebenen Hypo-Group-Publikumspreis (7.000 Euro) ging an den Deutschen Karsten Krampitz. Die vier österreichischen Teilnehmer fahren ohne Auszeichnung nach Hause, auf die sieben Namen umfassende Shortlist hatte es nur Caterina Satanik geschafft.

Der Preis wird seit 1977 in Erinnerung an die 1926 in Klagenfurt geborene Schriftstellerin verliehen. Seit Donnerstag hatten insgesamt 14 Autoren und Autorinnen - darunter mit Caterina Satanik, Linda Stift, Philipp Weiss und Andrea Winkler auch vier österreichische Teilnehmer - ihre noch unveröffentlichten Texte vorgestellt. Der Bachmann-Preis ist eine der bedeutendsten literarischen Auszeichnungen im deutschsprachigen Raum.

Ingeborg-Bachmann-Preisträger seit 1977
1977 - Gert Jonke
1978 - Ulrich Plenzdorf
1979 - Gert Hofmann
1980 - Sten Nadolny
1981 - Urs Jaeggi
1982 - Jürg Amann
1983 - Friederike Roth
1984 - Erica Pedretti
1985 - Hermann Burger
1986 - Katja Lange-Müller
1987 - Uwe Saeger
1988 - Angela Krauß
1989 - Wolfgang Hilbig
1990 - Birgit Vanderbeke
1991 - Emine Sevgi Özdamar
1992 - Alissa Walser
1993 - Kurt Drawert
1994 - Reto Hänny
2008 - Tilman Rammstedt
2009 - Jens Petersen

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