16. Juli 2010 09:14
Beton gegen Gelsen und prall gefüllte Ränge mit prominenten Vertretern aller
Genres. So gestaltete sich die Premiere von Der
Zarewitsch (bis 29. August) mit Alexandra Reinprecht und Tiberius
Simu. Mit diesem Abend gelang See-Zampano Harald Serafin wieder ein
Husarenstück – liebe Gäste inklusive. Selbst wenn die den
Namen Ioan Holender trugen. „Ich glaube, es war das zweite Mal, dass er sich
angesagt hat. Es hat mich auf jeden Fall sehr gefreut, dass er gekommen
ist!“, so Serafin glücklich über den Besuch des Ex-Staatsoperndirektors.
Abbruch vor zweiter Hälfte
Vor der zweiten Hälfte musste ob
der aufziehenden Gewitterfront abgebrochen werden. Die Stimmung blieb
ungetrübt gut. Es applaudierten vor der Flucht unter den überdachten
Bereich: die Minister Alois Stöger, Niki Berlakovich, die Staatssekretäre
Josef Ostermayer, Christine Marek, LH Hans Niessl, Bürgermeister Michael
Häupl, ORF-GI Alexander Wrabetz, Christine Reiler, Peter Weck, Magna-Boss
Sigi Wolf, ORF-Mann Edi Finger, Sandra Pires und Birgit Sarata.
Die TV-Zuseher hatten es zweifach besser. Sie saßen im Trockenen und konnten
die Aufzeichnung der Vorpremiere genießen. Mörbisch ist immer anders.
Nachtkritik (Albert Sachs)
Großartige Premiere amm 15.7.
bei den Seefestspielen in Mörbisch. Und dieses Operettenspektakel auf der
grandiosen Bühne direkt am Neusiedler See ist untrennbar mit Harald Serafin
verbunden. Und so war es auch nicht verwunderlich, dass der Impressario als
Großfürst selbst in einer Hauptrolle auf die Bühne kam. Und man merkte ihm
den Spaß an. Den Spaß an der Rolle. Vor allem aber den Spaß, dass es ihm
wieder einmal gelungen war, wie alle Jahre eine so großartige Inszenierung
auf die Beine zu stellen.
Populäre Oper
Mit Franz Lehars Zarewitsch hatte sich
Serafin heuer für eine zwar populäre Oper entschieden, allerdings für ein
Stück, das als eines der Wenigen kein glückliches Ende findet. Denn der
Zarewtisch darf die von ihm geliebte Sonja am Ende, als der Thronfolger
endlich die Macht übernimmt, nicht heiraten, da sie nicht mehr seinem Stande
entsprich.
Tiberius Simu als Zarewitsch wirkte vor allem in den Sprechpassagen etwas
blass, glänzte aber bei seinen gesanglichen Auftritten. Lana Kos gab eine
alles in allem sehr gelungene Sonja. Das Publikum dankte mit anhaltendem
Applaus. Bis zur Pause eine äußerst gelungene Inszenierung. Danach wurde die
Aufführung in Mörbisch wegen der aufziehenden Gewitterfront abgebrochen und
das Publikum unter den überdachten Bereich gebeten.
Die TV-Zuseher konnten sich die Flucht des Zarewitsch nach Venedig (im
Originalstück ist es Neapel) weiter anschauen. Hier wurde die Aufzeichnung
der Generalprobe eingespielt.