Volksoper

Volksoper

Operette sich, wer kann!

Satire. Leider ist das Stück weder von Nestroy noch von Carl Binder. Es ist aus dem Jahr 1904 und vom Berliner Anwalt Fritz Oliven, der seine Texte unter dem lateinischen Pseudonym Rideamus verfasste, also der ultimativen Aufforderung „Wir lachen!“ Und die Musik von Oscar Straus ist voll hübscher Einfälle, kann aber nicht verleugnen, dass ihr Schöpfer bei Max Bruch gelernt hat. Das Ergebnis ist eine langatmige, aufgeplusterte Satire im Operettenformat. Um sie heute zu präsentieren, gäbe es zwei Möglichkeiten.

Götterdämmerung in 80 Minuten wäre die eine. Was Robert Meyer und sein Quartett mit dem Tannhäuser dank Nestroy und Binder zustande brachten, könnte man wohl auch mit den Lustigen Nibelungen versuchen. Eine satirische One-Man-Show mit Meyer müsste köstlich sein. Oder aber man besetzt Die lustigen Nibelungen mit guten Opernstimmen, die der Musik des Oscar Straus gerecht werden und deren Besitzer genug Humor haben, sich über ihr Metier lustig zu machen.

Klischees
Meyer hat sich für eine dritte Möglichkeit entschieden und ist damit gescheitert. Er benützt, zu meinem Erstaunen, älteste Operettenklischees und begnügt sich mit dementsprechender Besetzung.

Die Damen haben Schmalspur-Stimmen, die Herren beharren in ihrem routinierten Tonfall. Siegfried (Robert Wörle) hält Körperfülle allein für abendfüllend, einzig Lars Woldt (Hagen) vermittelt trotz läppischem Rauschebart eine Ahnung, wie das alles zu singen und zu sprechen wäre. Das groß besetzte Orchester (Dirigent: Andreas Schüller) lässt die Musik recht schwerfällig klingen.

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