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Festspiele

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"Regie-Gott" wider Willen

Fotos zeigen ihn im Ruderleiberl mit heraushängendem Bauch, Proben leitet er in kurzen Hosen, Unterhemd und Trainingsjacke. Der 1946 in der holländischen Provinz geborene Regisseur Johan Simons will weder in die schicke Salzburger Festspiellandschaft passen noch würde man ihn prima vista für einen „Regie-Gott“ halten – ein Beiwort, mit dem ihn der aktuelle Spiegel innerhalb von zwei Absätzen dreimal schmückt! An der Salzach präsentiert Simons nun seine dritte Opernregie: Béla Bartóks Einakter Herzog Blaubarts Burg, gekoppelt mit der Cantata profana und den Vier Orchesterstücken des Komponisten. Falk Struckmann singt die Titelpartie, Michelle DeYoung die Judith, Peter Eötvös leitet die Wiener Philharmoniker.

Dramatisierungen
Berühmt wurde Johan Simons, vormals Mitglied der KP, durch die basisnahe Theatergroep Hollandia: Theater wurde in Bauernhöfen, Kirchen, Fabriken gespielt. Sein Steckenpferd sind Dramatisierungen von Romanen, wobei das jüngste Beispiel, Joseph Roths Hiob, zu sehen bei den Wiener Festwochen, ein Reinfall war. Auch „Regie-Götter“ sind nicht unfehlbar.

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