19. November 2008 12:13
Ein sextoller Transvestit, seine schaurige Dienerschaft, ein biederes
Pärchen, das in deren Orgie hinein gerät – und natürlich ein Publikum, das
das schräge Fest mitzufeiern weiß: Das sind die Erfolgszutaten von Richard
O’Briens Musical Rocky Horror Show. Es ist ab heute sechs Wochen lang im
Wiener Museumsquartier zu erleben.
Nicht dirty
Komponist und Autor O’Brien hat die Inszenierung von
Sam Buntrock mitgestaltet. „Rockig, sexy, aber nicht vulgär“ – so waren
seine Vorgaben, erzählt O’Brien im Interview mit ÖSTERREICH: „Denn Rocky ist
keine Sexshow, ich will diesen ‚dirty touch' nicht.“ Viel wichtiger sei:
„Die Band muss kochen und rocken, und es muss auch lustig sein.“
Gekocht und gerockt hat es jedenfalls bei der Premiere dieser
Tourneeproduktion in Berlin – wie sich ÖSTERREICH vor Ort überzeugen konnte.
Rob Morton Fowler, bekannt als Kopf der Band Morton, aus der ORF-Serie Ex
sowie aus Musicals wie Hair, „brät“ als Frank’n’Furter alle an, ist aber nie
zu aufdringlich. Die Gratwanderung zwischen Exzentrik und Übertreibung
meistert er grandios.
Skrupel fallen
Fowler dominiert die Szene, auch wenn Regisseur
Buntrock das prüde Pärchen Brad und Janet ins Zentrum stellen wollte. Diese
werden von Ceri-Lyn Cissone und Chris Ellis-Stanton gut verkörpert, man kann
genau spüren, wie sie langsam Gefallen an dem verrückten Treiben finden.
Mit den Kleidern fallen auch ihre Skrupel. Zur Berlin-Premiere war das
Publikum verkleidet gekommen, passend zur Story warf man mit Reis und
spritzte mit Wasser. Hoffentlich wissen auch die Wiener, wie man Rocky
feiert!
Rocky Horror Picture Show, Ab Donnerstag, 27. November - Sonntag, 11.
Jänner, Tickets unter 01 96 0 96 888