"> Schriftstellerin Marianne Fritz gestorben

Nach Krankheit

Schriftstellerin Marianne Fritz gestorben

Die österreichische Schriftstellerin Marianne Fritz ist heute (Montag) Nachmittag nach schwerer Krankheit im Alter von 58 Jahren in Wien gestorben. Dies teilte der Literaturwissenschafter Wendelin Schmidt-Dengler mit. Fritz zählte mit ihrem 1970 konzipierten Prosaprojekt "Die Festung", das Österreich im 20. Jahrhundert zum Thema hatte, lange Zeit zu einer der interessantesten Erscheinungen der österreichischen Gegenwartsliteratur.

Reaktion der Stadt Wien
Mit großem Bedauern hat Wiens Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (S) auf den Tod der österreichischen Schriftstellerin Marianne Fritz reagiert. Sie sei eine "Ausnahmeerscheinung in der Welt der Literatur" gewesen, so Mailath-Pokorny. "Die Konzentration und unermüdliche Arbeit an ihrem Opus Magnum 'Die Festung' machte sie zu einer unvergleichlichen Schriftstellerin." Fritz hinterlasse "ein Werk von einer epochalen Dimension und einzigartiger denkerischen Kühnheit". Wien habe schon früh ihre literarische Leistung mit der Zuerkennung des Preises der Stadt Wien gewürdigt.

Eine Kurzbiografie
Marianne Fritz wurde am 14. Dezember 1948 in Weiz in der Steiermark geboren, wuchs in Vorarlberg auf und kam in den sechziger Jahren nach Wien. 1978 erschien im Fischer-Verlag ihr literarisches Erstlingswerk "Die Schwerkraft der Verhältnisse", für das sie im selben Jahr mit dem Robert-Walser-Preis ausgezeichnet wurde. 1980 folgte der 550-Seiten-Roman "Das Kind der Gewalt und die Sterne der Romani", und im Jahr 1985 veröffentlichte die Schriftstellerin im Suhrkamp-Verlag das dreibändige Romanwerk "Dessen Sprache du nicht verstehst", das auch in einer Taschebuchausgabe in zwölf Bänden auf den Markt kam.

Die Autorin wurde für ihr literarisches Schaffen mehrfach ausgezeichnet. Sie erhielt zahlreiche Preise und Stipendien, u.a. den Förderpreis für Literatur der Republik Österreich 1979, den Förderungspreis zum österreichischen Würdigungspreis für Literatur 1990, den Würdigungspreis der Stadt Wien für Literatur 1994 sowie das Robert-Musil-Stipendium des Unterrichtsministeriums im Jahr 1990. 2001 wurde sie mit dem Franz-Kafka-Literaturpreis ausgezeichnet.

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