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Christina Stürmer über Sex-Appeal und Männer

ÖSTERREICH-Talk

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Christina Stürmer über Sex-Appeal und Männer

Sex sells – so lautet das Motto im internationalen Showbusiness. Kaum eine Award-Show ohne "Nippelgate". Doch in einem kleinen Land namens Österreich trotzt eine Künstlerin dem öffentlichen Druck: Christina Stürmer (25) singt sich seit nunmehr vier Jahren ohne Minirock und tiefes Dekolleté in die Herzen des Publikums und an die Spitze der Charts.

Am Donnerstag trifft sie auf den heißen Pop-Dreier aus Großbritannien: die Sugababes. Bei kulttour rocks Vienna geigen die zwei Gruppen in der Wiener Stadthalle auf.

Heißer Herbst
Derzeit hat die quirlige Frontfrau auch andere Dinge im Kopf. Gerade aus der Sommerpause zurück, startet Stürmer voller Elan in die Musik-Saison. Anfang Oktober präsentiert sie ihre Live-DVD, inklusive selbst produzierten Porträts. Im November promotet sie die neue Single Unterm Jahr – und nebenbei bastelt sie am nächsten Album.

Für ÖSTERREICH nahm sie sich dennoch Zeit und sprach über Sex-Appeal & Männer-Klischees.

ÖSTERREICH: Am 27. September stehst du neben den Sugababes in der Stadthalle auf der Bühne. Da treffen zwei Pop-Welten aufeinander – die sexy Girlband und die sportliche Rock-Sängerin. Wie passt das zusammen?

Stürmer: Von der Musikrichtung passen wir eher nicht zusammen. Ich glaube aber, dass gerade das für das Publikum lustig sein wird. Das ist ein bissl wie bei einem Festival, wo Alternative-Gruppen spielen und dann wieder Musiker, die in den Charts vertreten sind.

ÖSTERREICH: Keine Sorge, dass dieser Auftritt bei den Fans deine Glaubwürdigkeit untergräbt?

Stürmer: Ich finde die Musik der Sugababes sehr gut. Sie haben auch irrsinnig viel erreicht, und das muss man einmal nachmachen! Natürlich, was die auf der Bühne machen, das ist nicht meins.

ÖSTERREICH: Da treffen auch zwei Frauentypen aufeinander ...

Stürmer: Ich finde, wer so auf der Bühne stehen kann, muss ein gewaltiges Selbstbewusstsein haben. Das ist cool. Ich persönlich habe damit nichts am Hut. Ich renne auch privat nicht so herum, außer es ist Sommer. Auf der Bühne würde ich mich so nicht wohlfühlen. Und ich bewege mich auch ganz anders – diese Mädels sind graziöser und weiblicher.

ÖSTERREICH: Wie sollten sich junge Frauen präsentieren?

Stürmer: Ich will da niemandem etwas vorschreiben. Es ist auch schön, wenn es Unterschiede gibt. Ich finde es nur falsch, wenn Frauen glauben, dass es nur mit sexy Styling funktioniert. Das ist doof.

ÖSTERREICH: Ist es dir schon passiert, dass ein Mann gesagt hat, du sollst dich weiblicher kleiden?

Stürmer: Es sind ja nicht alle Männer gleich. Wenn wir sie alle in eine Schublade schmeißen, wird das nicht funktionieren.Natürlich gibt es welche, die nur Frauen nachschauen, die aussehen wie die Sugababes. Dann gibt es wieder welche, die eher auf leger gekleidete Frauen stehen. Das Gewagteste, das ich anziehe, ist beim Baden der Bikini (lacht)!

ÖSTERREICH: Du hast im Sommer an neuen Songs geschrieben. Geht es darin auch um Männer?

Stürmer: Nein, eher nicht. Einstweilen ist es nur Gitarre und Stimme, Text und Melodie. Es sind viele Ideen da, die ich aber noch nicht breittreten mag. Provokant und kritisch – politischer und gesellschaftlich. Die Sachen sind nicht übel, jetzt muss noch die Plattenfirma ihren Senf dazu geben.

ÖSTERREICH: Du hast kürzlich gesagt: Oliver sei der Mann deiner Zukunft.

Stürmer: Hab ich? Kann schon sein, aber ich erinnere mich nicht an den genauen Wortlaut. Er ist der Mann meiner Zukunft – es wäre auch komisch, wenn ich jetzt sagen würde: Er ist es nicht. Oder?!

ÖSTERREICH: Geht ihr jetzt cooler mit dem Interesse um?

Stürmer: Na klar! Wir mussten uns erst einleben. Wenn man zu viel Tamtam am Anfang macht, dann ist das öffentliche Interesse noch ärger – und wenn es nicht klappt, dann auch die Trennung schlimmer. Oliver und ich finden auch, dass unsere Beziehung nix Aufregendes ist. Nur die Öffentlichkeit.

ÖSTERREICH: Ihr zieht bald in dein Haus zusammen ein. Habt ihr Zukunftspläne oder lässt ihr es einfach auf euch zukommen?

Stürmer: Mir ist im Moment egal, was in zehn Jahren ist. Jetzt passt alles und weiter will ich nicht denken. Ich plane mein Privatleben nicht. Beruflich kann ich natürlich nicht von heute auf morgen leben. Wie gesagt, es ist alles super – was will ich mehr!

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