Chili Peppers boten

Abschluss bei Nova Rock

Chili Peppers boten "bassige" Würze

Soll es bis zum Ende wirklich würzig sein? Dann obliegt diese Aufgabe den Red Hot Chili Peppers. Die kalifornische Funkrock-Gruppe, deren neues Album "The Getaway" kommende Woche erscheint, gab Sonntagabend beim "Nova Rock" in Nickelsdorf den finalen Headliner und entließ tausende Fans in die Nacht. Neues und Altes wurde gemischt, was die Menge - trotz einiger Schwächen - feierte.

Große Hits fehlten nicht
Als die Gruppe um Sänger Anthony Kiedis auf der Bühne stand, hatte der Wettergott bereits wieder ein Erbarmen mit den Fans. Nachdem den Nachmittag über ein paar Regenschauer das Gelände überzogen hatten, gab es zu "Can't Stop" oder "Californication" abendliche Kühle, die das Quartett aber schnell vergessen machte. Die Produktion - mit mehreren stilvoll ins Bühnenbild integrierten Videowänden - war dem "Oberheadliner" des Festivals würdig, der Sound passte, die Spielfreude, die man ihnen manches Mal abspricht, war auch vorhanden. Kiedis tänzelte in schwarzen Leggings mit kurzer Hose darüber und erfreute das Publikum vor allem mit den Hits wie "Scar Tissue" und "Dani California".

Nicht ganz perfekt
Schlampereien, Textschwächen und Ungenauigkeiten hinterließen allerdings bereits recht früh einen bitteren Nachgeschmack, dafür bekam man einen extrem fetten Funksound von Bassist Flea serviert. Die Setlist bot neue Songs, wobei "We Turn Red" mit eigenwilliger Struktur nicht wirklich zünden konnte, "Dark Necessities" dagegen nahtlos zu den Klassikern passte. Die Chili Peppers sind zwar nach wie vor eine Bank in Sachen eingängige Songs, allerdings blieb die Gruppe mit dieser Darbietung letztlich einige Erwartungen schuldig.

Diashow Nova Rock 2016: Die besten Bilder

Nova Rock 2016

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Spaß mit Twisted Sister
Einen Ausflug in die Glam-Metal-tage der 80er-Jahre konnte man mit Twisted Sister erleben. Die Rockband um Dee Snider, dem schillernden Sänger mit dem Drag-Queen-Look, stimmte "The Kids Are Back" an - und das war dann auch das Motto der Show. Die Hymnen "I Wanna Rock" und "We're Not Gonna Take It" erfüllten ihre Pflicht als Gassenhauer schlechthin, "You Can't Stop Rock and Roll" wäre eigentlich auch eine gute Zusammenfassung des Festival-Spirits. Twisted Sister mögen keine zeitgenössische Relevanz mehr haben, aber der Spaß stimmte - auch im Publikum. Wobei "Rampenschwein" Snider, der rannte, kugelte und hüpfte, auf Tagesaktuelles einging. Er erwähnte den Anschlag von Orlando und forderte auf, allen religiösen und politischen Eiferern den Stinkefinger zu zeigen.

Alte Klassiker bei Deftones
In einem wahren Festivalstress befinden sich aktuell die Deftones, die auf den diversen Freiluftveranstaltungen in Europa ihre neue Platte "Gore" vorstellen. "Diese Auftritte sind ein bisschen anders, aber sie machen Spaß", verriet Sänger Chino Moreno der APA. "Es sind zwar nur einige neue Songs im Set. Aber es kann dir bei einem neuen Album durchaus passieren, dass du es zu Beginn übertreibst. Es ist großartig, neue Stücke einzubauen, aber wir haben auch unsere alten Favoriten dabei." Das konnte nur unterschrieben werden: Von melodischen Großtaten wie "Change (In The House Of Flies)" über das atmosphärische "Digital Bath" bis zu Krachern vom Kaliber "My Own Summer (Shove It)" ließ die US-amerikanische Band kaum einen Klassiker des eigenen Oeuvres aus.

Auch im dritten Bandjahrzehnt scheint die Gruppe hungrig und offen für Neues. "Wir leben mittlerweile ja alle in verschiedenen Städten und arbeiten dann an neuen wie alten Sachen, wenn wir zusammenkommen", so Moreno. "Zeit ist definitiv ein kritischer Faktor." Bassist Sergio Vega ergänzte: "Live geht es letztlich doch darum, dem Publikum eine gute Zeit zu bieten und die Energie rüberzubringen." Einiges auslösen können auch die neuen Stücke, beispielsweise der Album-Opener "Prayers/Triangles". Und wie üblich ruhen sich die Deftones nicht auf Erreichtem aus. "Wenn wir eine Platte machen, dann gibt es eigentlich keine Diskussionen", so Moreno. "Erstmal machen wir viel Krach, reagieren darauf und versuchen etwas einzufangen."

Weiterentwicklung

Dass der Songwritingprozess nicht immer ganz einfach ist, hat sich auch bei "Gore" herausgestellt. Allfällige Unstimmigkeiten in der Band schienen live aber kein Thema. "Wir sind alle sehr direkt. Wenn man etwas nicht so gut findet, versucht man das dem anderen beizubringen, ohne ein kompletter Arsch zu sein", erläuterte Moreno. "Das Ziel ist, den Raum mit einer Idee zu verlassen, hinter der jeder von uns zu 100 Prozent steht. Das ist natürlich eine Herausforderung. Gleichzeitig ist das der Reiz. Gäbe es eine Formel, dann würden wir das wohl nicht mehr machen."

Dem ist glücklicherweise nicht so: Schließlich sind die Deftones das seltene Beispiel für eine Band aus dem Metal- bzw. Alternative-Sektor, die sich stetig weiterentwickelt. Und auch beim "Nova Rock" wurde das entsprechend goutiert, wenngleich der komplexe Sound der Gruppe nicht alle restlos begeistern konnte. Dass zu allem Überfluss einige technische Probleme dem Quintett zu schaffen machten, war ebenfalls nicht zuträglich. Dennoch lieferte man eine wirklich energiegeladene Show. Und das Publikum schien sich ohnedies bei recht vielen Auftritten einig gewesen zu sein, ganz unabhängig von Genre und Tageszeit: Metal, Rock, Ska, Rap - die Vielfalt tat dem Festival wirklich gut.

Auch für die Einsatzkräfte galt es mit den letzten Klängen der Red Hot Chili Peppers ein langes, allerdings entspanntes Wochenende ins Ziel zu bringen. Bis Sonntagabend gab es laut Rotem Kreuz rund 2.200 Behandlungen. Pressesprecher Tobias Mindler konnte damit "eine ausgesprochene erfreuliche Bilanz" ziehen.
 

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