Entscheidung gefallen
Einreiseprobleme? Rangnick verzichtet auf Baumgartner-Ersatz
Die Verletzung von ÖFB-Star Christoph Baumgartner ist nicht nur für den Leipzig-Legionär ein Schock. Teamchef Ralf Rangnick muss bei der WM nun auf einen seiner Schlüsselspieler verzichten.
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Zwei Tage nach seiner schweren Muskelverletzung, die ihn die Teilnahme an der WM in Nordamerika kostet, hat sich der Offensiv-Allrounder am Mittwoch einer Operation unterzogen. Das gab der ÖFB am Abend bekannt. Der Eingriff am rechten Oberschenkel fand laut APA-Informationen bei einem Spezialisten in Turku in Finnland statt. Baumgartner dürfte mehrere Monate ausfallen.
Verletzung vor dem Testspiel
Der 26-Jährige hatte sich am Montag beim Aufwärmen für die WM-Generalprobe in Wien gegen Tunesien (1:0) verletzt. Laut ÖFB-Angaben verspürte der 58-fache Internationale bei einem Schuss einen Stich im Bereich des Hüftbeugers. Rangnick ersetzte ihn in der Startformation daraufhin durch Michael Gregoritsch. Weitere Kandidaten, die bei der WM Baumgartners Rolle im Offensivzentrum übernehmen könnten, sind neben Marcel Sabitzer die im Frühjahr zum ÖFB gewechselten Youngsters Carney Chukwuemeka und Paul Wanner sowie Stürmer Sasa Kalajdzic.
Einen Ersatz für Baumgartner nominiert Rangnick, wie es in der Aussendung weiter heißt, "vorerst nicht". Allerdings lässt eine Aussage aufhorchen. "Aufgrund der Größe des Kaders ist der Trainingsbetrieb weiterhin bestens gewährleistet. Eine Nachnominierung ist gemäß den Regularien bis einen Tag vor dem ersten Gruppenspiel gegen Jordanien möglich", heißt es weiter.
Nominierung noch möglich
Also ganz vom Tisch dürfte es noch nicht sein, dass ein weiterer Spieler nachreisen wird. Allerdings wird das Team planmäßig am Donnerstag in Richtung USA abheben.
Insider im Hintergrund vermuten allerdings, dass der Verzicht einen ganz anderen Grund hat. Aufgrund der erschwerten Einreisebestimmungen kann es länger dauern, ein Visum zu erhalten.
Aufgrund der Tatsache, dass der ÖFB fest mit Baumgartner geplant hatte, braucht man nun Zeit, um alles für einen Ersatz zu regeln. Denn der Erhalt eines Visums kann sogar bis zu zwei Monaten dauern.
Wartet ÖFB auf USA-Freigabe?
Die schnellere Variante "Esta" wird nur bewilligt, wenn man zuvor in keinem der Länder war, das nicht auf der "schwarzen Liste" von US-Präsident Donald Trump steht und kann ebenfalls bis zu 48 Stunden dauern, wie oe24 von Experten erfuhr.
Der ÖFB möchte auf jeden Fall den Super-GAU vermeiden, dass man einen Spieler nachträglich einberuft, dessen Einreisebestätigung nicht rechtzeitig da ist. Bis zum ersten Gruppenspiel am 17. Juni gegen Jordanien darf Ralf Rangnick noch Änderungen im Kader vornehmen. Gut möglich, dass bis dahin doch noch ein Baumgartner-Ersatz in die USA eingeflogen wird.
Auf der Abruf-Liste stehen etwa Andreas Weimann und Nikolaus Wurmbrand von Rapid, Gladbach-Legionär Kevin Stöger oder Raul Florucz, die dafür in Frage kommen würden.