Einweisung droht

Schock-Prozess: 14-Jährige wegen Friedhof-Mord vor Gericht

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Die Jugendliche soll die völlig fremde Pensionistin (64) mit mehreren Messerstichen getötet haben. Die Tat hatte die 14-Jährige gefilmt.
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Eine unglaublich grausame Bluttat auf dem Wiener Friedhof Baumgarten, im Bereich der Waidhausenstraße, beschäftigt heute, Mittwoch, die Justiz. Eine erst 14 Jahre alte Wienerin soll eine 64-jährige Pensionistin mit mehreren Messerstichen getötet haben. Für die ältere Dame kam jede Hilfe zu spät, sie starb neben einem Grab. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Jugendliche die Tat bewusst und gezielt verübte. Besonders brisant: Nach bisherigen Erkenntnissen sollen die Jugendliche und die 64-Jährige sich nicht gekannt haben. Die Pensionistin dürfte demnach völlig zufällig ins Visier der Jugendlichen geraten sein.

Gutachten belastet 14-Jährige schwer

Im Zuge der Ermittlungen wurde die 14-Jährige von einer Sachverständigen untersucht. Das Ergebnis: Zwar leidet das Mädchen laut Gutachten an einer psychischen Störung, dennoch soll sie die Tragweite ihres Handelns erkannt haben. Die Expertin stufte die Angeklagte deshalb als schuldfähig ein. Nach ihrer Festnahme fanden Ermittler nicht nur die mutmaßliche Tatwaffe und blutverschmierte Kleidung, sondern auch ihr Handy, mit dem das Mädchen die brutale Tat gefilmt hatte. Zudem steht der Verdacht im Raum, dass sie vor der Bluttat zehn Beruhigungstabletten eingenommen hatte.

Haft droht – Unterbringung beantragt

Derzeit ist die 14-Jährige, die zum Tatzeitpunkt in einer betreuten WG, einer Kriseneinrichtung für Intensivjugendliche gewohnt hatte, in einem forensisch-therapeutischen Zentrum untergebracht. Zuvor lebte sie in einer sozialpsychiatrischen Betreuungseinrichtung.

Weil für Jugendliche zwischen 14 und 16 Jahren bei Mord eine Höchststrafe von zehn Jahren Freiheitsentzug vorgesehen ist, wird der Fall vor einem Schöffengericht verhandelt. Die Staatsanwaltschaft drängt außerdem auf eine dauerhafte Unterbringung in einer speziellen Therapieeinrichtung für Straftäter. Ein Versuch der Verteidigung, diesen Antrag zu verhindern, scheiterte. Damit steht die Jugendliche nun vor einem Prozess, der für großes öffentliches Interesse sorgen dürfte.