Preis-Explosion

Trump zittert wegen Tomaten-Krise

© The Washington Post via Getty Im
US-Präsident Donald Trump steht innenpolitisch massiv unter Druck. Neben schlechten Umfragewerten und internationalen Spannungen mit dem Iran sorgt nun eine heftige Teuerungswelle bei Lebensmitteln für Unmut in der Bevölkerung. Vor allem ein beliebtes Gemüse wird wegen der eigenen Zollpolitik zum Luxusgut.

Der jüngste US-Verbraucherpreisindex offenbart eine dramatische Entwicklung in amerikanischen Supermärkten und Restaurants.

Tomaten, die in den USA als Grundnahrungsmittel in Burgern, Salaten und Ketchup allgegenwärtig sind, haben sich im Vergleich zum Vorjahr um rund 40 Prozent verteuert. Damit führt das Gemüse die Liste der Preistreiber deutlich an. Eine am Donnerstag veröffentlichte Inflationsschätzung zeigt zudem, dass die US-Preise im April insgesamt um 3,8 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum zulegten – der höchste Anstieg seit knapp drei Jahren.

Zölle treiben Preise an

Experten machen für die spezifische Tomaten-Krise vor allem zwei Aspekte der Politik von Donald Trump verantwortlich: den anhaltenden Konflikt mit dem Iran sowie neu eingeführte Handelsbarrieren. Die USA hatten sich aus einem Abkommen zurückgezogen, das den zollfreien Import von Tomaten aus Mexiko garantierte. Obwohl heimische Tomatenbauern den Schritt im vergangenen Juli noch feierten, zahlen die Verbraucher nun den Preis dafür.

Gastro-Ketten sauer

Die Empörung unter den US-Bürgern ist riesig; viele teilen wütende Videos in sozialen Netzwerken oder planen bereits, eigene Gärten zur Selbstversorgung anzulegen. Doch nicht nur Privatpersonen, sondern auch große Gastro-Ketten stehen vor existenziellen Problemen. Wayne Humphrey, Chief Operating Officer der Sandwich-Kette "Snarf’s Sandwiches", die unter anderem in Colorado vertreten ist, berichtet von extremen Sprüngen. Der Preis für eine Kiste Tomaten sei innerhalb eines Jahres von 27 auf 93 Dollar explodiert. Humphrey stellt klar: „Diese einzige Zutat kostet uns jetzt mehr als 1,7 Millionen Dollar an zusätzlichen Ausgaben jährlich.“