ÖSTERREICH-Check

Rolling Stones: so wild, wütend und würdig klingt die neue CD

06.10.2023

Am 20. Oktober rollen die Stones wieder los. Mit dem Comeback-Album ''Hackney Diamonds'' liefert man einen neuen Meilenstein. ÖSTERREICH hat schon hineingehört. 

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© Mark Seliger/Universal Music
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Um das beste Album der Rolling Stones lässt sich bekanntlich streiten: „Exile On Main St“ (1972)? „Beggars Banquet“ (1968)? oder doch „Some Girls“ (1978)? Jetzt kommt ein neuer Kandidat! Am 20. Oktober bringen die Rock-Oldies das starke Spätwerk „Hackney Diamonds“. ÖSTERREICH hat schon hineingehört und bringt den Song-by-Song-Check:

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Angry: Die erste Single. Mit markantem Gitarren-Riff, temperamentvoller Stimme und unglaublichem Biss lässt man die Konkurrenz alt aussehen. Der stärkste Stones-Hit seit Jahren.

Get Close: Unterstützt von Elton John am Piano taucht man in den wilden Sound der 70er ein. Auch mit eindringlichem Saxophon-Zwischenspiel im Dschungel-Rhythmus.

Depending On You: Lässige Country-Ballade die Jaggers unglaubliches Stimmvolumen in den Vordergrund stellt. Ein neues „Wild Horses“.

Bite My Head Off: Hektische Rhythmen, verzerrte Gitarren und sogar das Schimpfwort „fucking“. Ein wilder, fast schon Hardrock-lastiger Ritt bei dem auch Paul McCartney mitmischt.

Whole Wide World: Noch rockiger, noch rotziger und durchaus zukunftsweisend: „Und du denkst die Party ist vorbei. Dabei geht es gerade erst los.“ Also das ewige Motto der Stones.

Dreamy Skies: Ein verruchter Skiffle-Blues-Walzer bei dem Keith Richards mit der zweiten Stimme aufhorchen lässt. So klingt es wohl in den Sümpfen von Louisiana.

Mess It Up: Beim Funky-Pop-Dancefloor-Kracher im 80er Jahre Stil gibt noch der 2021 verstorbene Drummer Charlie Watts den Takt vor.

Live By The Sword: Roh, rotzfrech und rebellisch. Auch hier spielt Watts mit. Und sogar Bill Wyman. Der greift nach 30 Jahren wieder für die Stones in die Bass-Saiten.

Driving Me Too Hard: Ein viel zu vertrautes Sicherheitsgeplänkel zwischen „Tumbling Dice“ und „Beast Of Burden. Das einzige Durchschnittswerk der CD.

Tell Me Straight: Die traditionelle Keith Richards Vokal-Einlage. Klingt vertraut wie immer. Nach Whiskey und Weltschmerz. Bei der nächsten Tour sicher im Programm.

Sweet Sounds Of Heaven: Ein über 7-minütiger epochaler Gospel-Blues. Mit Lady Gaga als Gastsängerin und Stevie Wonder am Piano. Jagger brilliert mit Hochtönen von Sängerknaben-Format. Das Album-Highlight.

Rolling Stone Blues: Ein auf Jagger und Richards sowie Mundharmonika und Akustik-Gitarre reduziertes Muddy Waters Cover. Damit schließt sich der Kreis. Waters war ja in den 60er Jahren die erste Inspiration der Stones.

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In Summe ein wildes, wütendes und wichtiges Album. Das 18-jährige Warten auf Neues von den Stones hat sich gelohnt. Sollte dies wirklich das letzte Werk bleiben dann ist es ein mehr als würdiger Abschluss.   

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