Trotz permanenter Trump-Überraschungen könnte 2026 ein gutes Jahr für Aktien werden.
Rainer Hauser, Chief Investment Officer der Erste Group, warf bei der „Erste Insights“-Veranstaltung zu den globalen Finanzmärkten Anfang Jänner zunächst einen Blick zurück: Er habe „schon viele“ Börsencrashes erlebt, von 1987 über Dotcom bis zur Finanzkrise der Nullerjahre. Auch 2025 sei von Nervenzittern, der Angst vor dem KI-Crash und mehr geprägt gewesen. Doch was ist dann tatsächlich passiert? „Viel Lärm“, so Hauser, aber kein Crash – abgesehen von dem kurzfristigen Kursrückgang im Frühjahr - sondern unterm Strich zweistellige Kursgewinne an den Börsen. Auch 2026 blicke man daher optimistisch in die Zukunft – wenn auch mit Vorsicht.
Rainer Hauser, Erste Group
"Nicht all in"
Denn internationale Krisen und Aufreger wie Venezuela, Grönland & Co haben auf die Wirtschaft unterm Strich wenig Einfluss, erläutert Gerold Permoser, Veranlagungschef der Erste Asset Management: Nur wenn die Krisen tatsächlich handfeste Einflüsse auf die Ertragslage zu nehmen drohen, setzen sie die Kurse in Bewegung. Für 2026 sei die Stimmung zwar weiterhin schlecht, doch die Lage verhältnismäßig gut. Denn historisch betrachtet erwirtschaften Aktien-Investoren an den US-Märkten die höchsten Renditen dann, wenn fallende Leitzinsen auf ein solides Wirtschaftswachstum treffen. Und genau dieser Bullen-Wunschtraum könnte 2026 in Erfüllung gehen, denn Perlmoser geht für heuer von einem US-Wachstum von 1,8 Prozent und US-Leitzinssenkungen um zweimal 25 Basispunkte aus. Man gehe daher „Risk on", so Permoser, „aber nicht all in".
Denn der US-Aktienboom hänge nach wie vor vor allem an der Kommunikations- und Informationstechnologie, sprich dem KI-Boom. Und da sei die „Frage der Blase“ auf 2026 „vertagt“ worden. Daher reiht die Erste Asset Management bei der Veranlagung auch europäische Aktien und Anleihen den nordamerikanischen vor.