"Didl" bleibt Tournee-Leader
Windlotterie am Bergisel abgebrochen
Zwar ist es nicht zum befürchteten Totalausfall des Bergisel-Springens gekommen, doch der dritte Bewerb der 62. Vierschanzen-Tournee stand dennoch ganz im Zeichen des Windes. So kam der Finne Anssi Koivuranta, zuvor noch nie im Weltcup auf dem Podium, zu seinem ersten Sieg nach nur einem Sprung vor Simon Ammann und Kamil Stoch. Gesamtleader Thomas Diethart behielt als Fünfter das Rote Trikot.
Neun Springer vor Ende des zweiten Durchganges entschied sich die Jury doch noch zum Abbruch, womit der Zwischenstand nach dem ersten Sprung zum Endstand wurde. Für Diethart bedeutete Rang fünf 3,6 Zähler hinter Ammann keinen Beinbruch, er behielt seine Führung 9,4 Punkte vor dem vierfachen Olympiasieger aus der Schweiz. Das sind etwas mehr als fünf Meter und bedeuten für Bischofshofen freilich nicht gerade die Welt.
Wer glaubt, dass Diethart froh war, bei diesen Bedingungen nicht mehr ein zweites Mal vom Bakken zu müssen, liegt falsch. "Nein, ich hätte schon noch gerne einen zweiten Sprung gemacht. Das war echt schade, aber es ist so schwierig gewesen, dass die Jury recht gehabt hat, dass sie abgebrochen hat", meinte Diethart im Gespräch mit der APA - Austria Presse Agentur.
Und nun fährt der 21-jährige Niederösterreicher als Leader zur letzten Tournee-Station nach Bischofshofen. "Es ist ein Wahnsinn. Das Jahr hat so gut angefangen, es ist momentan wie ein Märchen. Ich freue mich schon auf Bischofshofen", erklärte Diethart.
Morgenstern war nach seinem Sprung sehr sauer, denn die Jury hat ihn seiner Meinung bei stark wechselnden Bedingungen viel zu schnell abgelassen. "Ich verstehe nicht, wenn eh schon dauernd Unterbrechungen sind und die Drei, die in der Tournee vorne sind, hintereinanderhüpfen, dass man nicht schaut, dass die annähernd gleiche Bedingungen haben", erklärte der dreifache Olympiasieger.
Er selbst habe einen halben Meter Rückenwind gehabt, Diethart und Ammann etwa 1,5 m Aufwind. "Das war ein Unterschied von 2 m pro Sekunde. Das sind Welten im Skispringen und das ist etwa so wie wenn ein Vettel mit 200 PS weniger fahren muss", fand Morgenstern einen drastischen Vergleich.