Thomas Diethart

Vierschanzentournee

Jungstar Diethart gewinnt Quali in Garmisch

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Niederösterreicher kürte sich zum Favoriten für das Neujahrsspringen.

Platz eins und zwei im Training und dann auch der Sieg in der Qualifikation: Österreichs Jungstar Thomas Diethart hat am Dienstag in Garmisch-Partenkirchen die Konkurrenz dominiert und sich nun sogar zum Favoriten für das Neujahrsspringen (14.00 Uhr/live ORF eins) gekürt. Mit 141,5 Metern segelte er, nur zwei Meter unter dem Schanzenrekord, zur Tageshöchstweite und 2.000 Euro Preisgeld.

"Momentan läuft es einfach. Ich kann gar nicht viel dazu sagen. Es ist fast schon einfach", rang Diethart im Auslauf der Olympiaschanze nach Worten. Und der 21-jährige Niederösterreicher flog weit hinunter und es scheint, als hätte er Lunte gerochen. "Ich springe sehr gerne weit. Es kann noch weiter gehen, aber das war schon ganz cool für den Anfang."

Papa versprach ein Schwein
Durchaus möglich, das Papa Gernot Diethart schneller als geglaubt sein Versprechen einlösen muss: ein echtes Schwein als Geschenk für den ersten Weltcupsieg. "Ob er das wirklich durchzieht, sieht man dann eh am Schluss, aber lustig wäre es sicher." Langsam wird es für ihn aber immer schwieriger abzuschalten, das Medieninteresse ist enorm und die beginnende Abschottung führt bereits zur Verärgerung von manchen Journalisten.

"Man denkt darüber nach, dass man nicht nachdenken soll. Und das ist die Schwierigkeit, es ist ganz schwer zu erklären", versuchte der Flachländer seine emotionale Lage zu erklären. "Es macht mir Spaß. So lange es mir von den Medien her nicht zu viel wird, geht's."

Morgenstern in Form
Drittbester in der Qualifikation war Thomas Morgenstern mit 136 Metern. "Das war einer der weitesten Sprünge, die ich auf der Schanze je gemacht habe. Das passt mir. Dritter zu werden ist cool", sagte der Kärntner. Zwischen die beiden Österreicher schob sich der zu Tourneebeginn als Topfavorit gehandelte Pole Kamil Stoch mit starken 139,5 m. Ebenfalls wieder Top-Ten-Qualität zeigte Michael Hayböck als Achter (134,5), während es Österreichs Topstar Gregor Schlierenzauer noch nicht optimal gelaufen ist.

Schlierenzauer mit Problemen

Mit 132,5 Metern ist der zweifache Tournee-Titelverteidiger von seiner Bestform noch entfernt, die Chancen auf den zweiten Hattrick in der Tournee-Gesamtwertung in der Geschichte schwinden. "Ich tue mir extrem schwer. Es schaut nicht so gut aus, es stimmt nicht ganz von technischer Seite. Es fehlt nicht viel, aber die Kleinigkeit, die fehlt, macht extrem viel aus."

In Videoanalysen will Schlierenzauer sein Gefühl mit dem visuellen Eindruck vergleichen. "Bei der Hockeposition stimmt der Schwerpunkt noch nicht ganz, dadurch bringe ich noch nicht ganz meine PS, die ich in den Füßen hätte, auf den Schanzentisch. Das zieht sich dann über den Flug weiter", kennt Schlierenzauer sein Problem aber ohnehin ziemlich genau.

Was Schlierenzauer zum Sensationsmann Diethart sagt? "Er hat zur Zeit einfach einen Sprung, der genau passt, der zu ihm passt. Er tut nicht mehr und nicht weniger. Das ist super", meinte der bald 24-jährige Tiroler. "Er hat jetzt die nötige Lockerheit und das Selbstvertrauen vom dritten Platz in Oberstdorf. Er hat sich heute auch Selbstvertrauen geholt, hoffen wir, dass er morgen gleich weiter tut."

Cheftrainer Alex Pointner ist es jedenfalls nicht mehr so überraschend wie sich Diethart schlägt. "Das ist der Lauf der Dinge. Wenn ein junger Sportler reinkommt und merkt, dass ältere Kollegen auch nur mit Wasser kochen. Dann laufen die Dinge viel einfacher zusammen, als man meint. In diesem Flow ist er derzeit drinnen."
 


 

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