Ex-Profi Rau bezeichnete Fußball als Scheinwelt

Das sagte der 28-Jährige im Interview mit dem Magazin "11freunde". Die Konsequenz sei, dass man "zu einem ziemlich guten Schauspieler" werde. Er habe einfach den Leistungsdruck loswerden wollen, denn "keiner hat mir erklärt, wie ich damit hätte umgehen sollen". Wegen der extremen Konkurrenzsituation sei sich jeder selbst der Nächste. "Leistung und Erfolg sind im Fußball wichtiger als soziales Verhalten", beschrieb der siebenfache Teamspieler, der einst für den VfL Wolfsburg, Bayern München und Arminia Bielefeld gekickt hatte, seine Erfahrungen.

Der Wechsel zu den Bayern, mit denen er 2005 das Double gewann, habe ab 2003 die Situation für ihn noch verschärft. "Es war eine andere Welt. Automatisch haben sich die Erwartungen von Medien, Fans und Trainer extrem erhöht. Und damit musste ich alleine klar kommen. Mitgefühl in der Kabine gibt es nicht", erinnerte sich Rau an seine Münchner Zeit. Einzig zu Mehmet Scholl habe er ein gutes Verhältnis gehabt. "Mehmet hat mir bald auch die Regeln in München erklärt."

Die Prozentzahl der Spieler, die in ihrer Mannschaft einen Freund besitzen, schätzt Rau "auf unter drei Prozent". Denn: "Kein Fußballer würde es wagen, Hilfe von den Kollegen zu suchen. Regel Nummer eins in der Kabine ist: Niemals Schwäche zeigen!"

Druck und Stress im Fußball würden nicht abnehmen, glaubt Rau. Je mehr Geld im Spiel sei, je mehr Medien berichteten, je mehr Zuschauer ins Stadion kämen, desto größer sei der Druck. Die Bundesliga müsse lernen, "damit professionell umzugehen. Was heißt, dass man sich einfach noch mehr um die psychologische Ebene bemühen sollte". Rau kam zu der Erkenntnis: "Da besteht eindeutig Nachholbedarf."

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