Amazon-Ausfall war Hardware-Fehler

Keine Hacker

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Amazon-Ausfall war Hardware-Fehler

Die europäischen Webseiten des Online-Händlers Amazon waren am Sonntag stundenlang nicht erreichbar. Aber nicht Hacker, die gegen die Festnahme von Wikileaks-Boss Julian Assange protestierten, waren dafür verantwortlich, sondern ein Hardware-Fehler. "Die kurze Unterbrechung unserer europäischen Retail-Websites gestern Abend lang an einem Hardware-Defekt in unserem europäischen Rechenzentrum", teilte das Unternehmen am Montag mit.

Und das mitten im Weihnachtsgeschäft. Man befürchtet gewaltige Umsatzausfälle. Erst gegen 23 Uhr war Amazon wieder erreichbar.

Aufruf zum Hacker-Angriff
Anfangs glaubte man an einen Hacker-Angriff. Denn zuvor hatten Sympathisanten der Enthüllungsplattform Wikileaks dazu aufgerufen, die Websites von Amazon lahmzulegen, weil das US-Unternehmen nicht länger Serverkapazitäten für die von Wikileaks veröffentlichten geheimen US-Depeschen bereitstellen wollte. Amazon ist nicht nur der größte Online-Händler, sondern bietet auch kommerziell technische Dienstleistungen im Internet an.

Ärger wegen Wikileaks
Die Internet-Attacken auf US-Unternehmen wie Mastercard, Visa, PayPal und Amazon, die nicht länger ihre Dienste für Wikileaks bereitstellen, werden von einer Gruppe mit dem Namen "Anonymous" organisiert. Es geht um sogenannte DDOS-Angriffe, bei denen Hunderte oder tausende zusammengeschlossene Computer einen Web-Server mit unsinnigen Daten-Anfragen überhäufen, bis er unter dieser Last in die Knie geht.

Amazon hatte wie die anderen angegriffenen Unternehmen betont, nicht auf einen Befehl der US-Regierung hin gehandelt zu haben. Vielmehr habe Wikileaks gegen die allgemeinen Geschäftsbedingungen verstoßen. Unterstützer von Wikileaks werfen den Konzernen hingegen eine ungerechtfertigte Vorverurteilung vor, da nirgendwo ein Nachweis erbracht worden sei, dass Wikileaks mit der Veröffentlichung der US-Depeschen das Gesetz gebrochen habe.

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