PlayStation VR im großen oe24.at-Test

Ab 13. Oktober im Handel

PlayStation VR im großen oe24.at-Test

Auf der Game City 2016 war die PlayStation VR der unumstrittene Star. Am 13. Oktober 2016 kommt Sonys Virtual-Reality-Headset für die Playstation 4 endlich in den Handel. Wir konnten das Higtech-Zubehör in den letzten Tagen ausgiebig testen. Sony hat uns nämlich dankenswerterweise eines der wenig verfügbaren Geräte als befristete Leihstellung zur Verfügung gestellt. Wie es sich im Test geschlagen hat, lesen Sie in den folgenden Absätzen.

Erster Eindruck, Installation und Anpassung

Wenn die PlayStation VR geliefert wird, fällt gleich die ziemlich üppige Paketgröße auf. Die Schachtel ist sehr groß, was damit zusammenhängt, dass neben dem eigentlichen Headset noch einige weitere benötigte Geräte mitgeliefert werden. Beim Auspacken richtet sich der Blick zunächst aber eindeutig auf die "Brille" selbst. Diese sieht mit ihrer weißen Farbe und blauen LEDs etwas spacig aus, ist sauber verarbeitet und vergleichsweise leicht. Einmal aufgesetzt fällt sofort der gute Tragekomfort auf. Die PS VR sitzt angenehmer als die HTC Vive oder die Oculus Rift. Dank einem kleinen Drehrad auf der Hinterseite (direkt am Bügel) lässt sie sich schnell und einfach auf die eigene Kopfgröße einstellen. Positiv: Das meiste Gewicht lastet nicht vor dem Kopf, sondern über der Stirn. Das sorgt dafür, dass der Schwerpunkt nicht zu weit vorne ist, was auf die Dauer zu Nackenschmerzen führen würde. Wir hatten die PS VR mehrmals zwei Stunden am Stück auf dem Kopf und hatten dennoch keine Beschwerden. Wie sich im Test zeigte, sitzt das Headset auch bei Brillenträgern komfortabel. Die Sehhilfe muss zum Zocken also nicht abgenommen werden. Die Installation des Headsets stellt selbst Laien vor keine allzu große Herausforderung. Damit die PS VR funktioniert, ist aber eine PlayStation Camera und die Installation der PS4-Firmware 4.01 erforderlich (falls nicht schon passiert). Das Headset wird nicht direkt mit der Konsole verbunden. Es wird nämlich die im Lieferumfang beinhaltete Social Screen Box dazwischengeschaltet. Man braucht also Platz für ein weiteres (kleines) Kästchen. Die benötigten Kabel werden ebenfalls mitgeliefert und können nicht falsch angeschlossen werden. Vor dem Spielen muss man die PS VR noch mit der Kamera synchronisieren, dann kann es auch schon losgehen. Da alle PlayStation VR-Titel mit dem Dualshock 4 Controller spielbar sind, ist es nicht unbedingt notwendig, sich Motion Controller anzuschaffen. Im Test zeigte sich jedoch, dass manche Spiele mit den Motion-Controllern einfacher bzw. intuitiver gesteuert werden können, was auch dem Spielspaß zugute kommt.

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Bei manchen Spielen sind die Move-Motion-Controller sehr empfehlenswert.

Für Neulinge ein beeindruckendes Erlebnis

Die exakte Scharfstellung der beiden Displays braucht zwar eine gewisse Zeit, macht sich beim Spielen jedoch bezahlt. Doch sobald das erledigt ist, steht dem Spielspaß nichts mehr im Weg. Wir konnten mehrere Games antesten. Von Geschicklichkeitsspielen über Rennsimulationen bis hin zu Ego-Shootern und einem Weltraum-Abenteuer war alles mit dabei. In Kombination mit angeschlossenen Kopfhörern (In-Ear-Hörer sind im Lieferumfang enthalten) entsteht wirklich ein äußerst beeindruckendes Rundum-Erlebnis. Egal wo man den Kopf hinbewegt, es wird immer das dazu passende Bild eingeblendet. So sieht man, wenn man in einem Auto sitzt, und geradeaus blickt die vorausliegende Straße. Schaut man nach rechts, sieht man den Beifahrer (falls einer daneben sitzt) und durch dessen Seitenfenster. Beim Blick nach links, sieht man wiederum was direkt nebenan auf der Straße los ist. Für Virtual Reality Einsteiger ist zum Start eine Demo empfehlenswert, bei der man eigentlich nicht spielen muss. So kann man sich am schnellsten an das Rundum-Erlebnis gewöhnen. Schließlich ist es beim Videospielen alles andere als gewöhnlich, dass plötzlich auch neben, hinter, unter oder über einem Gegner, Kumpels, Tiere oder zahlreiche weitere Dinge der Umgebung auftauchen. Zum Einstieg bietet sich beispielsweise ein von Sony entwickelter virtueller Tauchgang an. Hier kann man sich einfach hinsetzen und das beeindruckende Umfeld auf sich wirken lassen. Bei dieser Demo befindet man sich in einem Käfig, der langsam zu Wasser gelassen wird. Blickt man nach oben, sieht man die Wasseroberfläche, beim Blick nach unten kommt der Grund des Ozeans näher und wenn man den Kopf dreht, ist man von Wasser, Felsen und Fischen umgeben. Was dann folgt, ist nichts für schwache Nerven. Es erscheint ein imposanter weißer Hai, der mit seinem riesigen Maul den Käfig in zeitlichen Abständen attackiert. Letztendlich schafft er es sogar, das Schutzgitter wegzureißen. Da kann einem das Herz schon mal in die Hose rutschen, auch wenn man genau weiß, dass nichts passieren kann, weil man sich in einer virtuellen Welt befindet. Diese wird jedoch derart realistisch dargestellt, dass man das schnell einmal vergessen kann. Ein größeres Lob kann man den Entwicklern wohl nicht aussprechen.

 

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Die Social Screen Box wird zwischen PS VR und PS4 zwischengeschaltet.

„Mitten drin, statt nur dabei“

Beim Spiele-Line-up ist für jeden was dabei. Sony und die externen Publisher haben wirklich alles gegeben, um schon beim Start das komplette Angebot abzudecken. Bis Ende des Jahres werden über 50 verschiedene Games erhältlich sein, beim Start sind es auch schon über 30. Wir waren vor allem von den Titeln Until Dawn Rush of Blood, Batman VR, Battlezone, Driveclub VR, Hustle Kings VR und EVE: Valkyrie äußerst angetan. Zur Auflockerung oder für kurze Gaming-Einheiten eignet sich auch Playroom VR äußerst gut, da hier viele Mini-Spiele verfügbar sind. Bei Driveclub VR glaubt man nach einiger Zeit tatsächlich im Cockpit zu sitzen. So macht eine Rennspiel-Simulation gleich noch mehr Spaß. Kaum zu glauben, dass die heißen Duelle auf der Straße derart realistisch rüberkommen. Die Gegner flitzen hauchdünn an einem vorbei, bei Überholmanövern kann man sich über den Windschatten an den Gegner heranarbeiten und bei einem Crash kommt es häufig vor, dass man regelrecht zusammenzuckt. Bei Shooter-Spielen wie Battlezone und beim Flug mit einem Raumschiff durch das Weltall (EVE: Valkyrie) zeigte sich, dass auch die Steuerung per Controller hervorragend funktioniert. Kleiner Kritikpunkt: Wenn man die Brille auf hat, hat man die Eingabegeräte leider nicht sehr gut im Blick. Spieler sollten also genau wissen, wo sich die benötigten Knöpfe befinden. Für PlayStation-Nutzer dürfte das aber kein allzu großes Problem sein, da man auch beim Zocken ohne Headset fast ausschließlich auf den Bildschirm schaut und den Blick nur selten zum Controller wendet. Fazit zum Gameplay-Feeling:Man gewöhnt sich schneller an das 360-Grad-Umfeld als gedacht. Da dieses auch noch besonders realistisch wirkt, lautet das Motto für künftige PS VR Besitzer eindeutig: „Mitten drin, statt nur dabei“. 

Playstation © Sony Computer Entertainments

Videospiele sind schon lange keine Männerdomäne mehr - das ist auch bei VR-Games der Fall.

Sony demokratisiert VR

Im Test hat das 399 Euro teure VR-Headset für die PlayStation 4 unsere Erwartungen übertroffen. Es steht den mehr als doppelt so teuren Konkurrenzprodukten (HTC Vive und Oculus Rift) im Grunde genommen um nichts nach. Gameplay, Tragekomfort und Steuerung können auf ganzer Linie überzeugen. Lediglich bei den grafischen Feinheiten sind die beiden Konkurrenten etwas besser. Da es beim Spielen aber vor allem auf eine stabile Framerate und die passenden Inhalte ankommt, kann man da locker darüber hinwegsehen. Denn wer achtet mitten unter einem heißen Rennstreckenduell oder einer herausfordernden Shooter-Aufgabe schon darauf, ob ein Schatten perfekt aussieht oder der Lichteinfall zu 100 Prozent passt. Hier steht der Gesamteindruck im Fokus und dieser ist Sony wirklich bestens gelungen. Einziger Nachteil ist, dass das Gerät nur in Verbindung mit einer PlayStation 4 funktioniert. Doch da es sich dabei um die derzeit weltweit meistverkaufte Konsole handelt, können dennoch viele VR-Fans bald in den Genuss dieser schönen neuen Spielewelt kommen. Selbst wer keine PS4 hat und sich das gesamte Set (PS4, PS VR und Kamera) kaufen muss, bilanziert noch immer unter oder knapp über 800 Euro. So viel zahlt man für die HTC Vive oder die Oculus Rift alleine. Und da braucht man dann noch einen ordentlichen Gaming-PC, der noch einmal mit rund 1.500 Euro zu Buche schlagt. Das Preis/Leistungsverhältnis der PS VR ist derzeit also unschlagbar. Außerdem bringt Sony von Beginn an zahlreiche VR-Titel in den Handel - ein weiterer Vorteil gegenüber der Konkurrenz. Die Japaner demokratisieren quasi das Thema VR und könnten der nach wie vor (noch) nicht so weit verbreiteten Technologie tatsächlich zum großen Durchbruch verhelfen. 

Playstation © Sony Computer Entertainments

Neben der Konsole und dem Headset braucht man auch die PlayStation Camera.

Leider schon lange ausverkauft

Für Fans hat dieses vergleichsweise günstige und souveräne Virtual-Reality-Rundum-Sorglos-Paket aber schon unerfreuliche Auswirkungen. Denn die ersten Chargen sind schon lange ausverkauft. Wer sich jetzt auf eine Warteliste - egal ob bei Sony, Online-Riesen wie Amazon oder Fachhändlern wie Media Markt oder Saturn - setzen lässt, muss wochenlang auf seine PS VR warten. Derzeit kann nicht einmal garantiert werden, dass Geräte, die "erst" beim offiziellen Verkaufsstart bestellt werden, überhaupt noch vor Weihnachten zu ihren Besitzern kommen. Da kann man nur allen gratulieren, die sofort beim Bestellstart zugeschlagen haben und ihre VR-Headset ab Donnerstag abholen können oder geliefert bekommen. Doch das war auch bei der Einführung der PS4 der Fall. Ihrem Erfolg tat dies jedoch keinen Abbruch. Und so wird es auch beim neuen VR-Headset sein. Im Laufe des ersten Quartals 2017 werden sich die Lieferengpässe mit Sicherheit in Luft auflösen. Damit ist aber auch absehbar, dass die PS VR von vielen, die in weiser Voraussicht rechtzeitig bestellt haben, in den nächsten Tagen wohl wieder zu Wucherpreisen im Internet verkauft wird. Wer das Headset also auch ohne rechtzeitige Vorbestellung so schnell wie möglich haben will, wird tief in die Tasche greifen müssen.

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