Deutsche wollen uns Waltz klauen Deutsche wollen uns Waltz klauen

Staatsbürgerschaft

© Johannes Kernmayer

 

Deutsche wollen uns Waltz klauen

Es ist eine Meldung, die für Furore sorgt: Schauspiel-Star Christoph Waltz (53) ist zwar in Wien geboren und maturierte auch in der österreichischen Bundeshauptstadt, aber: Der Oscar-Gewinner ist kein Österreicher. Stattdessen besitzt er, wie sein Vater auch, die deutsche Staatsbürgerschaft, schwieg darüber aber jahrelang beharrlich.

ÖSTERREICH-Leser wussten als erste über diese Sensation Bescheid. Schon am Sonntag veröffentlichte ÖSTERREICH die Top-Story, die seitdem in halb Europa für Aufsehen sorgt.

Magazin schreibt: "Oscar-Preisträger ist ein Piefke"
Am Mittwoch schrieb Deutschlands größte Zeitung „Bild“: „Schock für unsere Nachbarn. Waltz ist gar kein Ösi.“ Der „Focus“ jubelte: „Und der Oscar geht nach Deutschland“ und der „Stern“ befand: „Oscar-Preisträger ist ein Piefke“. Selbst das Online-Lexikon „Wikipedia“ wurde nach dem ÖSTERREICH-Bericht noch am Sonntagabend umgeschrieben. Waltz wird nun hier als „deutscher Schauspieler österreichischer Herkunft“ bezeichnet.

Der Schauspieler selbst schweigt indes weiter über seine wahre Staatsbürgerschaft. Regisseur Robert Dornhelm erklärt sich das so: „Für Christoph ist so etwas einfach nicht wichtig.“

„Wettlauf zwischen USA und Österreich um Waltz“
Fest steht indes: Hinter den Kulissen laufen bereits die Vorkehrungen, Waltz doch noch zum Österreicher zu machen, auf Hochtouren. Denn: Personen, deren Einbürgerung in besonderem Interesse der Republik liegt, können im Eilverfahren den österreichischen Pass überreicht bekommen.

Die Bundesregierung will das Verfahren noch im August einleiten. Dazu ist ein einstimmiger Ministerratsbeschluss nötig, das Innenministerium müsste dann sein Ok geben – wohl eine Formalität. Waltz hat bereits die Bereitschaft signalisiert, nun auch offiziell Österreicher zu werden. Allerdings: er ist auch im Besitz einer US-Green Card. Auch die Amerikaner wollen ihn zu ihrem Staatsbürger machen.

ÖSTERREICH: Es gibt eine große Aufruhr um die Staatsbürgerschaft von Christoph Waltz. Für Sie verständlich?
Robert Dornhelm: Nein, für mich ist das absolut nicht verständlich. Christoph ist ein feiner Mann, egal wo er wohnt oder welche Nationalität er hat. In meinen Augen ist er sowieso Österreicher.
ÖSTERREICH: Wieso das?
Dornhelm: Er ist in Wien aufgewachsen, stammt aus einer alteingesessenen österreichischen Familie, studierte am Max-Reinhardt-Seminar. Wenn man so will, könnten man ihn ja sogar auch als Engländer bezeichnen.
ÖSTERREICH: Österreichs Filmindustrie hat über den Oscar-Gewinn gejubelt. Gibt es jetzt Konsequenzen?
Dornhelm: Nein, in den letzten Jahren sind viele österreichische Filme nominiert worden. Die Filme sind viel wichtiger als einzelne Personen.

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