27. März 2009 17:10
Der 105-Jährige übernimmt in Hugo von Hofmannsthals "Jedermann" die Rolle
von "Gott dem Herrn".
Das Stück werde von 11. Juni bis 24. Juli täglich (außer sonntags) im Alten
Schauspielhaus gezeigt. "Jedermann" wurde kurzfristig noch auf den Spielplan
genommen, da die Bühnenfassung des Stücks "Das Leben der Anderen" nicht
rechtzeitig fertig geworden sei.
Berufung gegen KZ-Vorwürfe
Heesters war zuletzt in die
Schlagzeilen gekommen, weil er im Gerichtsstreit um einen angeblichen
KZ-Auftritt in Dachau Berufung gegen ein Urteil des Berliner Landgerichts
einlegen will.
Heesters war in dem Urteil mit seiner Klage unterlegen, den Berliner
Kabarettautor Volker Kühn entsprechende Behauptungen untersagen zu lassen.
Auf seiner Internetseite betonte der 105-jährige Schauspieler, es sei ihm
"ein tiefes persönliches Bedürfnis, gegen diese unwahren Behauptungen
vorzugehen".
Er bestreite "bis zum heutigen Tage", betonte Heesters, "vor der
SS-Wachmannschaft zu deren Unterhaltung gesungen" zu haben. "Ich habe dort
nicht gesungen ... Es hat keinen Auftritt von mir in Dachau gegeben." Die
von Kühn angeführte "äußerst fragwürdige Zeugenaussage", auf die sich die
Urteilsbegründung stütze, könne "definitiv nicht stimmen und beruht
vielleicht auf einer falschen Erinnerung", meint der Schauspieler.
"Obwohl es also meiner Meinung nach bis zum heutigen Tag keinen einzigen
stichhaltigen Beweis dafür gibt, dass ich an diesem Tag in Dachau
aufgetreten bin, dürfte Herr Kühn nach diesem Urteil - sollte es nicht
aufgehoben werden - weiterhin behaupten, dass ich dort vor der SS
aufgetreten sei. Hiergegen kämpfe ich weiter."
Das Berliner Landgericht hatte erklärt, es sei nicht zu klären gewesen, ob
Heesters 1941 tatsächlich vor den SS-Wachmannschaften auftrat. Es gebe aber
Anhaltspunkte dafür. Man könne Kühn keinen Vorwurf machen, dass er die
Indizien für einen Auftritt Heesters in dieser Weise bewerte. Die Faktenlage
lasse es zu.