07. November 2009 21:19
Drogen, Depressionen, Selbstmordversuch aus Liebeskummer: Jessica Schwarzs
jüngste Beichte in der Bild-Zeitung ist der privaten Vita von Romy Schneider
nicht unähnlich. Am Mittwoch schlüpft die 32-jährige Deutsche jetzt auch auf
dem Bildschirm in die Fußstapfen ihres „großen Vorbilds“: In der
Filmbiografie Romy (ORF 2, 20.15 Uhr), die Schneiders Leben vom ersten
Sissi-Teil bis zum Tod widerspiegelt und ihrer Liebesgeschichte mit Alain
Delon wie auch ihren Eskapaden viel Platz einräumt, leiht sie der
Schauspielikone Gesicht und Stimme.
„Entweder man glaubt mir meine Interpretation oder man wird mich hängen“, so
Jessica Schwarz im ÖSTERREICH-Interview vor der Filmpremiere (s. rechts).
Wenn es eine Erfahrung gibt, wo ich hinfallen kann, dann ist es, Romy
Schneider zu spielen.“
Mega-Projekt
Zwei Jahre lang dauerte die Arbeit an der ersten
Schneider-Filmbio, in Szene gesetzt von Regisseur Torsten C. Fischer. 40
Tage lang wurde gedreht, Immerhin 5,8 Millionen Euro standen für die
ORF-ARD-Produktion zur Verfügung, bei der u. a. auch Maresa Hörbiger und
Karlheinz Hackl Romys Eltern spielen.
Schwarz ging beim Dreh an ihre persönlichen Grenzen: „Ganz schlimm war es,
Abstand zu bekommen. In den Drehpausen bin ich wahnsinnig geworden. Ich
hatte solche Angst, dass ich Romy verliere.“
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Jessica Schwarz im ÖSTERREICH-Interview: "Jede Sekunde
ist eine Hommage an Romy"
ÖSTERREICH: Wie haben Sie sich auf Ihre Rolle als Romy vorbereitet?
Jessica Schwarz: Ich habe Ihre Tagebücher gelesen, Dokus
gesehen und Menschen getroffen, die sie gekannt haben. Und ich habe
während des Drehs ihr Parfum getragen – bis ich Kopfschmerzen hatte.
Es war ein sehr starkes Parfum (lacht).
ÖSTERREICH: Was war für Sie das schwierigste an der Figur Romy
Schneider?
Schwarz: Romy hatte viele Gesichter. Jeder hat sein eigenes
Bild von ihr, alle Vorstellungen zu erfüllen ist fast nicht machbar.
Da musste ich meine eigene Romy finden. Entweder man glaubt mir
meine Interpretation oder man wird mich hängen.
ÖSTERREICH: Hatten Sie während des Drehs je Zweifel oder
Versagensängste?
Schwarz: Natürlich. Aber ich habe mir gesagt, jede Sekunde,
die ich hier bin, ist eine Hommage an Romy Schneider. Und ich habe
mich zusammenzureißen. Es ist egal, ob ich vor Angst Nesselfieber
habe. Da nehme ich halt ein Anti-Allergikum.
ÖSTERREICH: Waren Sie schon früher Romy-Fan?
Schwarz: Sie war und ist mein großes Vorbild. Klar habe ich
in jüngeren Jahren ihre Sissi-Filme gesehen. Ich war ein
Durchschnittsmädchen mit Barbie-Puppen und Prinzessinnenträumen vom
Ritter mit dem Schimmel.
ÖSTERREICH: Gibt es auch Seiten an Romy, die Sie nicht
nachvollziehen können?
Schwarz: Sie hat sehr viel geschluckt. Das war sicher ein
schwacher Punkt. Vielleicht hätte sie da und dort mehr den Mund
aufmachen sollen und sagen, was sie denkt.
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