Moretti ermittelt wieder

Premiere

Moretti ermittelt wieder

Gänsehaut made in Austria! So manchem der rund 250 geladenen Gäste brachte am Dienstag die Filmpremiere des packenden TV-Thrillers Das jüngste Gericht (13. & 14. April in ORF 1, 20.15 Uhr) im Wiener Urania-Kino das Gruseln bei. In der spannenden TV-Produktion, die Anleihen bei Brad Pitts Seven nahm, ist Tobias Moretti (48) brutalen Ritualmorden auf der Spur. Der Edelmime gibt den unberechenbaren Kommissar Thomas Dorn, der immer am Rande der sozialen Verträglichkeit agiert.

Filmreifer Auftritt
Geradezu filmreif verlief auch sein Auftritt bei der Premiere: Mit einem roten Mini-Flitzer zischte Moretti direkt auf den roten Teppich der Wiener Urania, der für den feierlichen Anlass ausgerollt wurde. Gemeinsam mit seinen filmischen Mitstreitern Silke Bodenbender und Christoph Waltz wohnte er dem Spektakel bei. Tobias Moretti zeigte sich bestens gelaunt und scherzte vor allem mit Lisa Film-Chef Carl Spiehs. So setzte sich der Mime kurzerhand auf dessen Gehhilfe und ließ sich von Spiehs durch die Gegend kutschieren. Sehr zum Gaudium aller hochkarätigen Anwesenden wie Oscar-Preisträger Maximiliam Schell mit Nichte Carolina, Mimin Julia Stemberger mit Begleiter Peter Gulan, Peter Weck und Robert Dornhelm.

ÖSTERREICH sprach mit dem Star-Mimen über den TV-Thriller, Religiosität und Fanatismus, sein Faible für Stunts und Beauty-Operationen...

ÖSTERREICH: Herr Moretti, wie zufrieden sind Sie mit dem Thriller?

Tobias Moretti: Ich habe ihn gestern zum ersten Mal gesehen und muss jetzt ein Kompliment an den Regisseur Urs Egger machen. Der, den ich gesehen habe, war nicht ich! Ich bin auch überhaupt nicht irritiert gewesen. Normalerweise speib’ ich mich an, wenn ich mich selbst seh’.

ÖSTERREICH: Der Kommissar wirkt wütend und als stünde er ständig unter Strom?

Moretti: Letztendlich ist das ein ganz typischer, überforderter Mensch von heute. Er hat nichts wofür er lebt, es lebt um ihn herum. Er rennt ständig hinter seinem eigenen Leben her, hinter seinem Scheitern, hinter seiner Kaputtheit. Und verfällt eher in Apathie. Aus der Apathie heraus entsteht dieser Druck.

ÖSTERREICH: Im Film geht’s um Glaube und Fanatismus. Sind Sie ein gläubiger Mensch?

Moretti: Sie wissen, dass der gläubigste Mensch der Atheist ist. Und der Teufel der beste Theologe. Der Film zeigt Fanatismus mit seinen totalen Abwegigkeiten auf. Eine Verselbstständigung der Abwegigkeiten. Die Verwahrlosung einer ethischen Instanz. Religion ist ja so eine Instanz. In jeder Religion gibt es Extremformen von Fanatikern. Mit meiner Religiosität hat das nichts zu tun.

ÖSTERREICH: Haben Sie alle Stunts selbst gemacht?

Moretti: Ja, wenn man einen Stunt selbst macht, kurbelt man sozusagen für sich das Schwungrad der Figur an und ist gleich oben.

ÖSTERREICH: Der Film ist trotz Qualität der Schauspieler reißerisch...

Moretti: Ich habe letzte Woche eine Dokumentation im Fernsehen gesehen, Frauen beim Schönheitschirurgen – das war wirklich viel ärger. Einen vergleichbaren Horrorfilm habe ich überhaupt noch nie in meinem Leben gesehen!

"Das jüngste Gericht" - Am 13. und 14. April im ORF!

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