Dessay:

La Traviata

Dessay: "Die Leute werden staunen"

In der Titelrolle singt die gefeierte französische Sopranistin Natalie Dessay. Die nach 2014, wie sie im Interview sagt, Schauspielerin werden will.

ÖSTERREICH: Wie man von der Premiere in Aix weiß, spielen Sie „Theater im Theater“ ...
Natalie Dessay: Ja, in Aix-en-Provence war es so, dass wir während der Ouvertüre als Schauspieler auf die Bühne gegangen sind und uns auf die Oper vorbereitet haben. Hier in Wien findet dieses „Vorspiel“ vor der Ouvertüre statt. Aber es ist die gleiche Geschichte: Wir sind eine Truppe von Schauspielern, die sich auf La Traviata vorbereiten.

ÖSTERREICH: Was ist der Vorteil dieser neuen Interpretation?
Dessay: Der Vorteil ist, dass es wie ein Schauspiel wirkt und nicht wie eine große Oper. Wir spielen nicht Traviata, so wie man das gewohnt ist – mit all den pompösen Kostümen und Vorhängen … Es ist mehr Theater, es ist moderner, es ist einfacher. Wir spielen die Rollen, wir sind aber auch wir selbst! Was mir sehr entgegenkommt: Denn ich fühle mich nicht wie Violetta. Ich habe weder ihre Stimme noch ihre Ausstrahlung. Ich bin ich und das reicht in dieser Produktion (lacht).

ÖSTERREICH: Wie wird das Publikum reagieren?
Dessay: Das Publikum wird staunen … Es ist keine konventionelle Produktion. Irgendwie kommt mir diese sehr konzentrierte, fast minimalistische Traviata wie eine Hommage an die große Tanztheater-Prinzipalin Pina Bausch vor …

ÖSTERREICH: Violetta ist Ihre erste große Verdi-Rolle …
Dessay: … und vielleicht auch die letzte. Es gibt kaum noch Rollen für mich. Das Repertoire ist eng geworden mit den Jahren.

ÖSTERREICH: Man hört, Sie wollen Schauspielerin werden?
Dessay: Ja, wenn man mir Arbeit gibt … (lacht) Deshalb sag ich’s immer wieder, vielleicht ist ja jemand interessiert!

ÖSTERREICH: Bis 2014 sind Sie aber noch als Opernsängerin ausgebucht!
Dessay: Schon, schon … Aber im Ernst: Was kann ich nach Traviata noch Interessantes machen? Und immer das Gleiche zu singen – L’elisir d’ amore, Don Pasquale –, interessiert mich auch nicht. Ich wollte ohnehin immer Schauspielerin werden. Ich habe 25 Jahre gewartet – es reicht (lacht).
 

„La Traviata“, Premiere So., 9. 10., Wiener Staatsoper.

Autor: Christoph Hirschmann
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