Verdis

Löbl-Kritik

© Volksoper

Verdis "La Traviata" in der Wiener Volksoper

Eine Kraftprobe für eine Sängerin: Marina Rebeka muß an der Volksoper eine ganze Produktion von Verdis "La Traviata" allein lebendig machen, obwohl sie selbst die Handlung als Violetta auf dem Sterbebett erlebt. Ein Totentanz umgibt sie, auch manche Karnevals-Pantomime; Vater Germont (recht dröhnend Sebastian Holecek) kommt mit der ganzen Familie auf die Bühne und Alfred (Soner Bülent Bezdüz) hat einen angenehmen Tenor, jedoch keine Leidenschaft. Die acht Jahre alte Inszenierung (Hans Gratzer) verlangt Distanz statt Nähe, wirkt konstruiert und verwirrend. In solcher Umgebung zu überzeugen, braucht Kraft und Persönlichkeit.

Neuer Sopran aus Riga
Marina Rebeka hat beides. Sie stammt aus Riga, hat daheim und in Italien studiert, singt seit etwa drei Jahren in Lettland, Parma und Pesaro, Berlin und Helsinki. Sie besitzt einen gut geschulten lyrischen Sopran mit dramatischem Potential. Die Stimme hat Volumen, ist ausdrucksstark, vermag Euphorie ebenso glaubhaft zu machen wie Todesbereitschaft. Hätte Frau Rebeka gleichwertige Partner, mit denen sie auf der Bühne wirklich kommunizieren kann, müßte ihre Violetta überzeugend wirken. So blieb ihre Rollengestaltung das spannende Solo einer auch optisch interessanten Sängerin.

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