Grasser ist geschockt

Exklusiv-Interview

Grasser ist geschockt

ÖSTERREICH: Stimmt es, dass Ihnen der Besitzer Ihres Bauernhofs das Wohnrecht gekündigt hat?
GRASSER: Wir haben einen Fehler gemacht, wir waren zu vertrauensvoll. Wir sind eingezogen, bevor die vielen komplizierten Fragen bei diesem Haus geklärt waren. Der Besitzer, ein guter Freund von Fiona, hat uns damals mündlich eine Kaufoption zugesagt, die wir bis Ende 2007 ziehen dürfen und einen Mietvertrag bis 2012.

Aber das gibt’s nur mündlich?
Er hat uns dann, als alles am Haus fertig war, einen Vertrag geschickt, der indiskutabel und eigentlich eine Frechheit war – hat aber gleich dazu gesagt: Wir sind Freunde, wir brauchen keinen Vertrag – Ihr könnt hier bis ans Lebensende wohnen.

Und wie kam’s jetzt zum Eklat?
Wir wollten nach der Geburt von Tara die Kaufoption ziehen, weil wir Kitzbühel als Lebensmittelpunkt haben. Und da hat er uns zunächst gesagt, er will nicht verkaufen – blablabla. Und wenig später hat er uns mitgeteilt, dass wir bis Ende des Jahres ausziehen sollen, weil er den Hof anders verkaufen will. Das war natürlich eine massiv negative Überraschung.

Das kam aus heiterem Himmel?
Das kam nicht nur aus heiterem Himmel, das kam vor allem zehn Tage nach der Geburt wie ein Ultimatum – quasi: Bis Ende des Jahres ziagt’s aus! Eine absolute Sauerei gegenüber einem so gutmütigen und vertrauensvollen Menschen wie der Fiona.

Und jetzt stehen Sie zu Weihnachten wirklich auf der Straße?
Sicher nicht – ich rechne mit einem Kompromiss. Wir ziehen sicher nicht vor Mitte oder Ende 2008 aus. Und wenn wir nicht wollen, bringt uns der gute Herr gar nicht raus aus dem Haus. Ein Auszug aus diesem Haus bis Ende dieses Jahres ist gar nicht machbar. Unsere Tochter geht in Kitzbühel in die Schule, ich habe – wie vereinbart – in diesem Haus meinen Hauptwohnsitz, den kann ich ja nicht von einem Tag auf den anderen ändern. Also vor Ende 2008 sind wir nicht draußen.

Gibt’s vielleicht doch noch eine Einigung – und kaufen Sie das Haus zum dreifachen vom ursprünglichen Preis?
Ich weiß es nicht – natürlich ist ein Kompromiss möglich. Aber wir suchen jetzt halt mal ein neues Haus in Kitzbühel. Wir wollen unseren Lebensmittelpunkt weiter in Kitzbühel haben – das ist die ideale Mitte zwischen Mailand und der Schweiz, wo meine Frau ihre Arbeit und ihre Wohnsitze hat – und Wien, wo ich meine Büros und in Kürze auch einen Wohnsitz habe.

Sie bauen gerade eine Dachgeschoßwohnung am Ring in Wien?
Ich lese das in ÖSTERREICH – Ihr schreibt ja ständig drüber. Es stimmt, ein Teil unseres Lebensschwerpunktes wird sich in den nächsten Jahren auch nach Wien verlagern und ich freue mich schon sehr auf diese neue Wohnung.

Wie ist das neue Leben mit einem Baby und einem neuen Job?
Es ist wunderschön. Tara hat das Leben von Fiona und mir auf wundervolle Weise verändert. Sie ist der Mittelpunkt jedes Tages - wir gehen nur mehr wenig und selektiv aus, widmen unsere freie Zeit der Kleinen. Fiona hat eine sehr gute Balance zwischen ihrer Arbeit und dem Baby gefunden - sie holt ihre Designer nach Kitzbühel, ist schon wieder voll im Kreativprozess, aber gleichzeitig immer für das Baby da. Ich reise berufsbedingt sehr viel, bin aber so oft es geht in Kitzbühel beim Baby und meiner Frau.

Gehen Sie für den Bauernhof vor Gericht?
Ein Prozess bringt wenig, wir waren zu vertrauensvoll. Und wir wollen in unserem neuen Glück nicht den Ärger eines Rechtsstreits haben.

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