Jaggers Ring wird zum Justizfall

Streit um Finderlohn

Jaggers Ring wird zum Justizfall

Es ist nicht unbedingt Glück, den 200.000-Euro-Ring einer exzentrischen Frau zu finden - denn statt eines Finderlohns gibt es bis jetzt nur Rufmord und Prozesse.

„Jetzt reicht’s: Das lasse ich mir nicht gefallen“, tobt Reinhard Ringler. Der Salzburger Baulöwe ist stinksauer auf Bianca Jagger und deren Promi-Anwalt Gabriel Lansky. Deshalb verklagt er nun beide: Jagger auf 10.000 Euro Finderlohn und Lansky wegen übler Nachrede.

Verlust
Die Affäre begann am 22. August: Damals verlor die Ex-Frau von Rolling Stones-Boss Mick Jagger auf dem Weg zu einer Festspiel-Aufführung ihren Lieblingsschmuck – einen nach eigenem Entwurf angefertigten Platinring mit einem Aquamarin und Brillanten im Wert von 200.000 Euro.

Finder
Ringler, millionenschwerer Gründer der Firma ATB Spezialbau, fand den Ring, hielt ihn aber für wertlosen Tand und gab ihn seiner Tochter Sarah (12) zum Spielen. Erst Tage später las er von der Schatzsuche und ließ das Kleinod bei der Polizei abgeben. Die fünf Prozent Finderlohn – 10.000 Euro – , die ihm laut Gesetz zustehen, versprach er seiner Tochter.

Ring-Posse
Jagger ließ ausrichten, sie sei hoch erfreut, aber „too busy“, um das Schmuckstück gleich abzuholen. Das war für Wochen die einzige Nachricht. Ende Oktober kam dann der Knalleffekt: Jagger engagierte Star-Anwalt Gabriel Lansky, der auch Natascha Kampusch vertreten hat.

Vorwurf
Der Advokat erklärte, Ringlers Anspruch auf Schadenersatz sei fragwürdig. Schließlich habe der Finder den Ring erst mit tagelanger Verspätung abgegeben. In einem TV-Interview verstieg sich der Advokat gar zu der Aussage, erst aufgrund des medialen Drucks habe Ringler seinen Fund zur Polizei bringen lassen. „Diese Unterstellung ist eine Frechheit“, ärgert sich der angesehene Unternehmer Ringler und zieht gegen Lansky vor Gericht.

Jagger hat inzwischen angeboten, Sarah Ringler mit 1.000 Euro zu entschädigen, weitere 9.000 wolle sie Amnesty International spenden. Für Sarahs Papa ist das „reine Verarsche“ – daher die zweite Klage.

Entschuldigung
Angelegt hat sich die Society-Lady auch mit der Salzburger Polizei. Von der fordert sie eine formelle schriftliche Entschuldigung, weil die Beamten den Verlust öffentlich gemacht haben. Die Polizeiführung denkt aber nicht daran, Abbitte zu leisten. „Vor Weihnachten kann man sich vieles wünschen“, meint ein Polizeisprecher.

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