Seine ''Tocher'' erzählt - So war Falco

Falco-Bio

© TZ Oesterreich Juvan Norbert

Seine ''Tocher'' erzählt - So war Falco

Ich war zwölf, als am 6. Februar 1998 um 9.30 Uhr eine völlig unerwartete Nachricht über mich hereinbrechen sollte“, so beginnt das lang erwartete Buch Falco war mein Vater von Katharina Bianca Vitcovic (21). Sieben Jahre lang glaubte Falco, sie sei seine Tochter. Seine „Katze“ – so nannte er sie als Kind – hat das Leben an der Seite des Star-Vaters mit Hilfe ihrer Mutter Isabella verarbeitet (ab heute im Handel/Überreuter Verlag).

ÖSTERREICH las das Buch der „Doch-nicht-Tochter“ vorab und verrät die besten Passagen – beginnend am Todestag, der sich heuer zum zehnten Mal jährt:

FALCO IST TOT
Keine Tränen von Katharina.
Ich schlug die Augen auf und sah Mamas tränenüberströmtes Gesicht. … „Der Papa ist heute Nacht gestorben!“ … Ich konnte nicht mal weinen. … Die Sorge um mich war groß, weil ich nur still und anteilnahmslos da saß oder deponierte, dass es mir egal sei, was mit meinem Vater passiert war. Zwei Wochen lebte ich in meiner Illusion, bis mich Schmerz, Hass und Angst einholten. … Ich lag zusammengekauert unter dem Esstisch, geschüttelt von einem Heul­krampf. Ich hatte versucht, mich selbst zu verletzen.

VATERSCHAFTSTEST
Der Zorn der Schwiegermutter.
Meine Mutter war Maria Hölzel immer ein Dorn im Auge. … Darum spann sie ein Intrigennetz nach dem anderen und beschwor unerträgliche Situationen herauf, durch die ihr Sohn immer zerrissener wurde. Der Zenit ihrer Niederträchtigkeit war der Vaterschaftstest, zu dem sie Papa anstiftete. … Es war im November 1993, mitten in der Nacht, als es in der Grazer Maygasse an unserer Tür Sturm läutete. … Papa saß auf der Couch und weinte. „Ich muss dir was sagen. Ich bin nicht dein Papa.“ … Ich konnte das alles nicht verstehen. … Ich mutierte vom vielgeliebten und gehätschelten Kind des Falken zum Kuckuck, das für jedermann Zielscheibe von Hass-Tiraden werden konnte.

KATHARINAS GEBURT
Mutter Isabella erinnert sich.
Am 13. März 1986 um 9 Uhr trafen wir im „Weißen Kreuz“ ein. … Die Aufregung stieg. Hans hat dabei schachtelweise Zigaretten geraucht. … Hans stand mir im wahrsten Sinne des Wortes eng zur Seite. So eng, dass ich vor lauter Schmerzen permanent mit meinem Kopf gegen die Brust schlug. … Er wurde käseweiß und musste rausgehen. Das war gegen 20 Uhr. Wenig später, kurz nachdem Katharina um 20.09 Uhr zur Welt kam, war Hans wieder da. Unter Tränen durchtrennte er die Nabelschnur.

SPIELE & ERNST
Wie Falco als Vater seine „Prinzessin“ verwöhnte und mit seinem Ehrgeiz quälte.
Er war stolz auf seine Prinzessin. Er mochte es gerne, wenn ich wie ein Püppchen oder ganz flippig gekleidet war. … Schluss mit lustig war nur dann, wenn ich mit seinem Ehrgeiz konfrontiert wurde. Papa hatte nicht nur für sich selbst hohe Ziele. Wenn das durchkam, wurde aus Spaß meistens Ernst.

OMAS HASS
Falcos Mutter war nicht sehr liebevoll.
Sie war streng und hatte gar nichts Herzliches. Sie hat mich zum Aufessen gezwungen und zum Ruhigsein ermahnt. … Sie konnte richtig böse und bösartig sein. … Oma hat mich oft ausgefragt, ob Mama regelmäßig kochte und ob mir und Papa schmeckte, was sie kochte. Sie mochte meine Mutter nicht, und obwohl ich noch klein war, blieb mir der Hass nicht verborgen.

FALCOS FRAUEN
Die Telefonate mit dem Vater.
Als in Kitzbühel ein völlig neuer Lebensabschnitt begann, war unser Verhältnis getrübt und beschränkte sich primär aufs Telefonieren. … Wenn er erzählte, ging es meistens um seine neuen Freundinnen. … Er hatte dabei immer eine unglaubliche Euphorie in der Stimme. Tat so, als hätte er seine Herzensdame gefunden, aber schon eine oder zwei Wochen später war es eine andere.

FALCOS ERBE
„Stumpfe nicht ab, so wie ich!“
Ganz wichtig war ihm die Familie. „Die wird dir immer den Rückhalt geben, den du braucht.“ Seine Stimme klang meist etwas wehmütig. Es ist hinlänglich bekannt, dass er selbst dieses Familienleben nicht hatte. … Meiner Jammerei nach irgendeiner Sache begegnete er mir mit einem Vortrag. „Katze, Geld ist nicht wichtig, weil es die Nerven beruhigt, aber glücklich macht es nicht. Achte lieber darauf, dass du emotional nicht abstumpfst. Ich möchte nicht, dass du so wirst wie ich.“

FALCOS LETZTE WORTE
Zu Ex-Frau Isabella.
Papa sagte zu Mama, als er sich das Szenario nach seinem Tod ausmalte: „Danach kommen all die Arschlöcher angekrochen und werden mich hochleben lassen.“

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