US-Künstler Robert Rauschenberg gestorben

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US-Künstler Robert Rauschenberg gestorben

Der amerikanische Jahrhundertkünstler Robert Rauschenberg ist im Alter von 82 Jahren gestorben. Er erlag Medienberichten zufolge am Montag in seinem Haus in Captiva Island, Florida, den Folgen einer Lungenentzündung. Rauschenberg galt als einer der wichtigsten Maler und Objektkünstler Amerikas.

"Combine Paintings"
Als Wegbereiter der Pop-Art riss er die Schranken zwischen Malerei und Skulptur ein. Berühmt wurde er vor allem für seine "Combine Paintings", die Alltagsgegenstände wie Autoreifen, Fahrräder und ausgestopfte Ziegen mit Farbe zu fantasievollen Collagen kombinieren. Die "New York Times" nannte ihn den "Titan der amerikanischen Kunst".

Rauschenbergs Galerie, PaceWildenstein in Manhattan, bestätigte dem Bericht zufolge seinen Tod. Eine langjährige Freundin des Künstlers, Jennifer Benton, sagte der örtlichen Regionalzeitung "news-press", Rauschenberg sei kürzlich in Florida wegen einer Lungenentzündung im Krankenhaus gewesen. In der vergangenen Woche habe er sich jedoch heimbringen lassen. "Es war sein Wunsch, friedlich in seinem Bett zu sterben."

Noch im hohen Alter künstlerisch aktiv
Rauschenberg, dessen Großvater aus Berlin stammt, war noch bis über seinen 80. Geburtstag hinaus künstlerisch aktiv. Als Maler, Fotograf, Grafiker, Choreograph und zuletzt auch als Komponist wehrte er sich stets gegen alles Schubladendenken in der Kunst. "Ich versuche, in meiner Kunst dem Gewöhnlichen etwas abzugewinnen. Etwas, das mich überrascht", sagte er einmal in einem Interview.

Am 22. Oktober 1925 im texanischen Port Arthur als Sohn eines Ölarbeiters geboren, begann Rauschenberg nach dem Militärdienst ein Studium am progressiven Black Mountain College in North Carolina bei Josef Albers. Seinen Durchbruch schaffte er in New York, wo er in der legendären Galerie von Leo Castelli seine erste Einzelausstellung hatte. In den 50er Jahren wurde er zur Symbolfigur für den Übergang vom amerikanischen Abstrakten Expressionismus zu Pop-Art, Konzeptualismus und Prozesskunst. Bezeichnend ist eines von seinen frühen Werken "Erased De Kooning" (1953), in dem er einfach eine Zeichnung seines New Yorker Kollegen Willem de Kooning ausradierte.

1998 widmete ihm das New Yorker Guggenheim Museum ein riesige Retrospektive mit rund 400 Werken. Im Münchner Haus der Kunst ist seit vergangenem Freitag eine Ausstellung mit seinen Werken aus den Jahren 1970 bis 1976 zu sehen. "Ich bin kein Künstler, der Ideen hat", sagte er einmal augenzwinkernd. "Ich hasse Ideen. Und wenn ich trotzdem mal eine habe, dann gehe ich spazieren, um sie zu vergessen."

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