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Die 10 wichtigsten Fakten zum Nikolaus

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Die 10 wichtigsten Fakten zum Nikolaus

Der Heilige Nikolaus hat es nicht leicht: Von manchen wird er mit dem Weihnachtsmann verwechselt, sein treuer Geselle Krampus wurde aufgrund seines ungestümen Wesens fristlos entlassen, er selbst darf nicht mehr loben und schon gar nicht tadeln und in manchen städtischen Kindergärten wurde er gar völlig wegrationalisiert.

10 Fakten zum Nikolo 1/10
1. Woher kommt der Nikolaus?
Nikolaus wurde gegen Ende des dritten Jahrhunderts als Kind reicher Eltern in Patara geboren, einer Stadt westlich seines späteren Bischofsitzes Myra, der Hauptstadt der kleinasiatischen römischen Provinz Lykien. Schon mit 19 Jahren war er Abt eines Klosters. Zahlreiche Wunder und Legenden wurden von Nikolaus überliefert. Am bekanntesten sind die Legenden vom Geschenk an drei Mädchen zur Sicherstellung ihrer Mitgift, von seinem Erscheinen in einem Traum von Kaiser Konstantin, um unschuldig verurteilte und inhaftierte Soldaten zu begnadigen, und von der Rettung Myras vor einer Hungersnot. Er entnahm und verteilte den Weizen von einem von Ägypten nach Konstantinopel unterwegs befindlichen Schiff. Dieses kam aber trotzdem mit voller Ladung dort an.
 
2. Wie sieht der Nikolaus aus? Der Nikolaus wird häufig mit dem Weihnachtsmann verwechselt, sieht aber eigentlich ganz anders aus. Das Auftreten des Nikolaus als Bischof im Messgewand mit Mitra, Bischofsstab, Handschuhen und goldenem Buch gerät mehr und mehr in Vergessenheit. Der alte Mann mit weißem Rauschebart, roten Mantel und großen Sack ist eigentlich der Weihnachtsmann.
3. Seit wann beschenkt der Nikolo Kinder?
Seit 1555 überrascht der Nikolaus Kinder mit kleinen Geschenken.

Ideen für das Nikolo-Sackerl: Nüsse, Mandarinen, Äpfel, Schoko-Nikolo, Lebkuchen, Süßigkeiten, Socken, Stifte, Buch, Kartenspiele, kleine Figuren, kleines Lego, Hörspiel, Gutschein für Kino, Zoobesuch,...
 
4. Sinterklaas
In Holland heißt der Nikolaus Sinterklaas und kommt per Schiff aus Spanien. Sinterklaas ist die Hauptfigur eines Kinderfestes, das am 5. Dezember in den Niederlanden und 6. Dezember in Belgien gefeiert wird. Ein typischer Begleiter des Sinterklass ist sein Helfer der Zwarte Piet (Schwarze Peter).
5. Väterchen Frost
In Russland heißt der Nikolaus "Väterchen Frost" und trägt ein blau-weißes Kostüm. Väterchen Frost ist eine russische Märchenfigur, die in der Neujahrsnacht die Kinder beschenkt. Er wird von seiner Enkelin Snegurotschka (Schneeflöckchen) begleitet.
 
6. Krampus
Für unartige Kinder hat der Nikolaus als Schreckgestalt den Krampus im Gepäck. Während der Nikolaus die braven Kinder beschenkt, werden die schlimmen vom Krampus bestraft. In vielen Dörfern und Städten gibt es Krampusumzüge bzw. Perchtenläufe.
 
7. Schoko-Nikolo Den ersten Schoko-Nikolo gab es um 1820. Mittlerweile findet man in jedem Nikolaus-Sackerl einen Schoko-Nikolo. Nikolos im Test: Hier klicken!
8. Schutzpatron Der heilige Nikolaus ist der Schutzpatron der Schüler, Kinder, der Kaufleute, Bäcker und Seefahrer.
9. Warum kommt der Nikolo am 6. Dezember?
Der 6. Dezember ist sein Todestag. Bischof Nikolaus starb um das Jahr 350, ob an einem 6. Dezember (seinem inzwischen von allen christlichen Bekenntnissen akzeptierten Festtag) ist nicht genau belegt. Er wurde in einem alten römischen Sarkophag in seiner Bischofskirche beigesetzt. Seine Verehrung ist in der Ostkirche seit dem 6. Jahrhundertbezeugt.
 
10. Heute tourt der Nikolo durch Wien
Heute ist der Kindermagnet mit seinem Fiaker und vollen Jutesack auf zahlreichen Wiener Marktplätzen unterwegs. Zwischen 9.30 und 11.30 Uhr kommt der Nikolo auf den Hannovermarkt (20., Hannovergasse), zwischen 12.30-14.30 Uhr auf den Naschmarkt in Mariahilf und zwischen 15 und 17 Uhr auf den Karmelitermarkt in der Leopoldstadt. ab 18 Uhr sind beim Sonnbergmarkt (19., Sonnbergplatz) Perchten zu bestaunen.
Heute von 14-16 Uhr besucht der Nikolo das Q19-Einkaufsquartier (Grinzinger Straße 112). Der Nikolo beehrt heute von 14-18 Uhr das Stadion Center (Olympiaplatz 2).  Auch in der Seestadt Aspern ist ab 16 Uhr der Nikolo zu Gast.


Warst du auch brav...?

Wer weiß, wie lange ihm noch seine treuesten Fans, die Buben und Mädchen, die Stange halten, wenn Ernährungsexperten empfehlen, die Süßigkeiten komplett durch Obst und Nüsse zu ersetzen. Dabei beherrschten Nikolo und Krampus die Methode "guter Cop - böser Cop" in Perfektion. Sie wussten genau, wie man verstockte Delinquenten - zumindest kurzfristig - wieder auf den rechten Weg bringen konnte.

Knecht Ruprecht ist schon lange Geschichte und sogar bei der Katholischen Jungschar meint man seit Jahren, dass das Ermahnen die Aufgabe der Eltern ist, die nicht an den Nikolaus delegiert werden sollte. Eine per se Angst einflößende Respektsperson, die praktisch alles über das Kind weiß, könnte in diesem Ohnmachtsgefühle auslösen.

"Brauch ohne Glaube"
Laut Helmut Eberhart vom Institut für Volkskunde an der Grazer Universität muss sich der Nikolaus aber keine Sorgen um seinen Arbeitsplatz machen, auch wenn sich seine Aufgabe von der moralischen Komponente weiter - Motto "Brauch ohne Glaube" - in Richtung "netter alter Mann, der Geschenke bringt" wandeln wird. Je stärker die Globalisierung in unserer schnelllebigen Welt voranschreitet, desto größer würde das Verlangen der Menschen nach Fixpunkten im Jahreslauf sowie Ritualen.

Lebenslanges Lernen ist trotz fehlender wirklicher Aufgaben Pflicht für den guten Mann mit Bischofsmütze und Rauschebart. Die Katholische Jungschar bietet entsprechende Unterweisung in ihren Nikolaus-Schulen. Wer diese absolviert hat, kann gemeinsam mit den Buben und Mädchen singen, Geschichten über die Taten des Heiligen erzählen, sich Gedichte der Kleinen anhören und Geschenke verteilen. Und schließlich gibt es noch die hohe Weihe: Wie reagiert man auf Kinder, die das Schauspiel durchschauen und den armen Nikolo in eine weitere Existenzkrise stürzen?

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