Die besten Tipps für einen guten Schulstart

Spaß am Lernen

Die besten Tipps für einen guten Schulstart

Lernlust statt Lernfrust. Nein, es sei nicht der Ernst des Lebens, der jetzt für 462.000 Schülerinnen und Schüler in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland beginnt. Vielmehr gehe es jetzt - und in der kommenden Woche für die restlichen 670.000 Schülerinnen und Schüler in Österreich - darum, immer klüger zu werden. Diese gute Nachricht kommt von Mathematik-Guru Rudolf Taschner. Er ist Professor an der Technischen Universität, Philosoph und versucht den Menschen schwierige Materien wie die Mathematik näherzubringen. Für ÖSTERREICH am SONNTAG gibt Taschner die wichtigsten Tipps, wie der Schul-Start zu einem positiven Erlebnis wird und wie man Angst und Nervosität vor Prüfungen wirksam bekämpfen kann. Taschner: "Am Ende ist man Herr seines Wissens und nicht mehr darauf angewiesen, anderen zu glauben. Was gibt es Schöneres?" Taschners-Tipps:

1. Sich auf alles Neue freuen
Gerade für Taferlklasser sollte der erste Schultag als einer der schönsten Tage im Leben gesehen werden. Denn man lernt neue Freunde kennen und darf sich darauf freuen, dass man in den kommenden Jahren immer weiter dazulernen kann. Mit der Schule beginnt ganz sicher nicht der Ernst des Lebens, dieser fängt erst nach der Schule an. Die Schule ist also eine Zeit, in der man ständig neue Dinge erfährt. Was gibt es Schöneres?

2. Lernen nicht als Last sehen!

Schule darf man nicht als belastend sehen, sondern als bereichernd. Schüler sollten also gelassen in die Schultage gehen und damit rechnen, dass sie ständig Interessantes erfahren werden. Auch wenn das Lernen oft eine Last ist, am Ende steht, dass man Wissen anhäuft und klüger wird.

3. Schule als Abenteuer
Damit beispielsweise die Mathematik für Schüler nicht zu einem Buch mit sieben Siegeln wird, sollte man sich in die Geschichte der einzelnen Materien vertiefen, denn diese ist faszinierend. Ein Beispiel: Archimedes, der berühmte Mathematiker der Antike, hat sich enorm angestrengt, um zu immer neuen mathematischen Erkenntnissen zu kommen. Und weil er von einer Rechnung, die ihn so sehr beschäftigt hat, nicht loskommen konnte, wurde er letztlich sogar umgebracht. Weil es Menschen wie ihn gab, können wir heute rechnen. Meine Bitte an die Lehrer: Nicht nur die Fakten vermitteln, sondern damit verbunden Geschichten erzählen. So wird Schule zum Abenteuer.

4. Keine Angst vor Fehlern haben
Wenn es um Fehler geht, dann zählt positives Denken: Sobald ich einen Fehler gemacht habe und diesen erkenne, dann habe ich schon einen Fortschritt gemacht. Wenn ich aus meinen Fehlern lerne, dann ist es gut und produktiv. Denn beim nächsten Mal werde ich versuchen, diesen Fehler zu vermeiden. Fehler dürfen also nie als schlecht hingestellt werden, sondern als Ansporn, es beim nächsten Mal besser zu machen. Die Schule dient uns dazu, zu lernen, wie man Fehler erkennt, und uns zu helfen, diese Fehler dauerhaft zu korrigieren.

5. Eltern als Verbündete sehen
Eltern sollten ihren Kindern sehr wohl klarmachen, dass die Schule kein Spiel ist. In der Schule muss man sich ernsthaft anstrengen, seinen Beitrag leisten. Aber Eltern müssen den Kindern auch vermitteln, dass sie immer hinter ihnen stehen und sich für sie einsetzen. Eltern sollten ihre Kinder stets zum Lernen motivieren. Ziel ist es, dass die Kinder ihre Eltern als Verbündete im Erwerb des Wissens sehen und nie als Strafende. Wenn das Kind dann trotz des Lernens versagt, dann sollten sich die Eltern auch fragen, ob die Schulform die falsche ist, und das Kind darin unterstützen, die richtige Schule entsprechend den Fähigkeiten des Kindes zu finden.

6. Nervosität wirksam bekämpfen
Man kann es tatsächlich lernen, seine Nervosität beispielsweise vor Prüfungen zu bekämpfen. Am Anfang steht natürlich, dass man etwas gelernt hat. Dieses Vertrauen in das eigene Wissen stärkt und ist die Basis. Wenn dennoch Nervosität aufkommt, gibt es wirksame Tricks: Die richtige Atmung gehört dazu. Mehrmals richtiggehend zu hecheln kann erleichternd sein. Klingt komisch, wirkt aber. Dazu sollte man viel Wasser trinken und am Ende muss man sich klar sein: Eine Schularbeit ist nicht das Wichtigste auf der Welt. Wenn es einmal danebengeht, dann kann man's beim nächsten Mal besser machen. Niemand ist der Master oft the Universe und macht nie Fehler. Aber man soll an sich glauben und darauf vertrauen, dass man gelernt hat.

7. Ziel: Herr seines Wissens werden
Gemeinsam mit den Lehrern geht es darum, sich immer mehr Wissen zu erarbeiten. Lehrer korrigieren anfangs, was wir falsch machen, und helfen uns, immer klüger zu werden. Zum Schluss der Schulzeit ist man auf diese Hilfe der Lehrer immer weniger angewiesen und kann selbst seine Fehler ausbessern -dann ist man ein erwachsener Mensch. Am Ende ist man Herr seines Wissens und nicht mehr darauf angewiesen, anderen etwas glauben zu müssen. Darauf sollten sich alle Schülerinnen und Schüler vom ersten Tag an freuen.

So wird Lernen zum Abenteuer
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Professor Rudolf Taschner ist Mathematik-Guru und Philosoph. Er setzt sich dafür ein, dass schwierige Materien wie die Mathematik möglichst vielen Menschen zugänglich gemacht wird. In seinem Buch "Die Zahl, die aus der Kälte kam", beschreibt er, wie Lernen zum Abenteuer werden kann.

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