Schönheits-OPs bekommen Norm

Brustvergrößerung und Co.

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Schönheits-OPs bekommen Norm

Ob Botox, Gesichtsstraffung, Fettabsaugung oder Brustvergrößerung - eines haben diese Eingriffe gemeinsam: Sie sind aus medizinischer Sicht nicht notwendig, erleben aber einen nie dagewesenen Aufschwung. Um der steigenden Zahl der Patienten die größtmögliche Sicherheit bei Eingriffen zu bieten, arbeiten Experten derzeit eine Norm für ästhetische Chirurgie aus, die Ende 2012 fertiggestellt sein soll.

Entwicklung einer Norm

Die Initiative ging von Österreich aus: Im April vergangenen Jahres wurde beim Europäischen Komitee für Normung - CEN - der Antrag auf Entwicklung einer Norm für ästhetische Chirurgie eingebracht, wie das Austrian Standards Institute in einer Aussendung mitteilte. Ein Gremium, dem unter anderem Mediziner, Patienten, Konsumentenschützer und Behördenvertreter aus insgesamt 22 Ländern angehören, hat zuletzt vor etwas mehr als einer Woche in Wien getagt.

Kriterien

Erörtert wurden unter anderem die Fragen, welche Kriterien eine Person, die im Bereich der ästhetischen Chirurgie tätig ist, erfüllen muss, welcher Eingriff welche Kompetenzen erfordert und wie das Umfeld, in dem Eingriffe durchgeführt werden, hinsichtlich Sterilität und Hygiene beschaffen sein muss. Weiters will das Komitee auch Standards für die Handhabung von Notfällen ausarbeiten. Darüber hinaus wird an einer einheitlichen Offenlegung für Patienten gefeilt, die klar und unmissverständlich informieren soll, nach welchen Qualitätsstandards - vom Erstkontakt bis zur Nachbetreuung - gearbeitet wird.

Beratung und Co.
Johann Umschaden, Primarius an der Schwarzl Klinik Laßnitzhöhe in der Steiermark und zugleich Leiter des Normungskomitees bei Austrian Standards Institute: "Wichtige Fragen rund um einen Eingriff sind für Patienten meistens nicht unmittelbar erkennbar bzw. überprüfbar. Ist das Operationsbesteck keimfrei? Was macht der Behandelnde, falls es Komplikationen gibt? Wurde ich ausreichend individuell beraten oder hat man mir unliebsame Details vorenthalten, um das Geschäft nicht zu verlieren? Hier gilt es viele Punkte gründlich durchzudiskutieren."

Karl Grün, Leiter des Ausschusses: "Wir haben ein klares Commitment zum Wohl der Patienten über alle Fachdisziplinen hinweg erreicht. Weiterführende Gespräche wurden für Mai in Brüssel fixiert. Bis dahin möchten wir einen ausgereiften Vorschlag präsentieren, der dann bereits im Herbst 2011 der Öffentlichkeit in den jeweiligen Ländern zur Stellungnahme vorgelegt werden soll."
 

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