Bankräuber verkleideten sich als Ladys

Hohe Beute

© SID Tirol

Bankräuber verkleideten sich als Ladys

Die beiden Gestalten, die Donnerstag knapp vor Kassenschluss eine Raika-Filiale in Innsbruck-Arzl betraten, wirkten, als wären sie vom Faschingsdienstag übergeblieben: Billige Kunsthaar-Perücken im Wühltisch-Look. Kostüm Vogelscheuche.

Pistolen
Gewöhnlich witzeln Männer über solche Erscheinungen: „Wenn die im Garten stehen, bringen die Spatzen die Kirschen vom Vorjahr zurück.“ Aber Personal und Kunden im Schalterraum verging das Lachen rasch. Denn die Grusel-Girls waren mit Tüchern maskiert und hielten plötzlich Pistolen in der Hand.

Ladyman
Nächste Überraschung: Die 1,80 Meter große Räuberin mit weißblonder Mähne ging nicht nur wie ein Mann, sondern ist vermutlich auch einer. Denn während die schmächtige Komplizin (1.60 Meter) sich selbst an der Geldlade bediente, drängte der Ladyman den Filialleiter mit rauem Geflüster zum Tresor.

Dort prügelte der Gangster mit dem Pistolenknauf auf den Kopf des schlotternden Bankers, bis der den Geldschrank öffnete. Ohne weitere Worte sackten die Täter ihre beträchtliche Beute (angeblich mehr als 100.000 Euro) ein. Der Überfall dauerte nur drei Minuten. Dann flüchtete das Duo zu Fuß zur nächsten Kreuzung. „Dort wartete ein dritter Täter“, so Chefermittler Karl Ritscher, „in einem dunklen Kleinwagen, an dem Innsbrucker Kennzeichen montiert waren.“

Heiße Spur
Schon kurz nach dem Überfall glich Innsbruck einer Festung: Im Zuge einer Großfandung kreisten Hubschrauber über der Stadt, an vielen Kreuzungen standen Cops mit Maschinenpistolen. Doch die Gangster entkamen. Dennoch gibt es eine heiße Spur.

Denn vor einem halben Jahr waren einer Arzler Familie drei verdächtige Typen aufgefallen, die das Geldinstitut fotografierten. Die Einheimischen lichteten das Trio ebenfalls ab – und haben die Bilder jetzt der Polizei übergeben.

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