Familientragödie am Großglockner

Drei Tote befürchtet

© APA/EXPA/ Bergrettung Kals/Toni Riepler

Familientragödie am Großglockner

Am Großglockner läuft seit Sonntag die größte Suchaktion dieses Jahres: 21 Bergretter, sieben Alpinpolizisten sind im Einsatz, um drei vermisste Alpinisten aufzuspüren. Die Einsatzkräfte sind verzweifelt: Wegen orkanartiger Stürme, dichten Nebels und Lawinenwarnstufe 4 musste die Suche Montagnachmittag abgebrochen werden.

 Das Drama begann mit einem hohen Ziel: Am Wochenende wollten fünf bergerfahrene Polen aus dem Gebiet der Hohen Tatra Österreichs höchsten Berg bezwingen. Samstag brachen sie in einer Zweier- und einer Dreiergruppe von der Stüdlhütte zum Gipfel auf.

Polen schlugen Alarm
In der ersten Seilschaft: Manfred T. (53) mit seinem Sohn Jan (25) und dessen Freund Jedrzej (24). In der anderen: Manfreds zweiter Sohn Adam (22) mit seinem Kumpel Michal (21).

Die Zweiergruppe kam zum Gipfelkreuz – und stieg dann zur Adlersruhe ab, wo die Youngsters übernachteten – und ihre Landsleute weiter unten in der Stüdlhütte vermuteten. Als sie Sonntag dort ankamen, aber die andere Gruppe nicht antrafen, schlugen die Polen Alarm – und setzten die Rettungskette in Gang.

Leiche gefunden
Wie Polizeikommandant Silvester Wolsegger berichtet, fanden die Helfer Sonntagabend am Kleinglockner die Leiche des 53-jährigen Manfred T. Der Pole ist vermutlich erfroren. Er lag im Bereich von Stangen, die Bergsteiger dort zur Sicherung verwenden. Ein etwa 40 Meter langes Seil führte Richtung Tal. Die Experten vermuten, dass Manfreds Sohn Jan versucht haben könnte, allein ins Tal zu gelangen, um Hilfe zu holen – zumal sich sein Kamerad Jedrzej schon weiter oben das Bein gebrochen haben dürfte.

Wegen des Schlechtwetters konnte die Leiche des Vaters nicht geborgen werden; die Überlebenschancen der beiden Abgängigen liegen nahe bei null.

Die fassungslosen Gipfelsieger Adam und Michal werden derzeit in Lienz psychologisch betreut.

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