Jetzt spricht eine Mutter vom Kindermarathon

Aufregung in Linz

Jetzt spricht eine Mutter vom Kindermarathon

Schmerzverzerrte Gesichter, Tränen in die Augen - und Eltern, denen all das komplett egal ist. Auf einem Foto vom Linzer Kindermarathon kann man erkennen, wie übermütige Eltern ihre Kinder hinterherzerren, um um jeden Preis eine gute Platzierung zu erhaschen.

Rechtfertigung
Tatiana Draniceri, die Frau in der braunen Strickjacke rechts im Bild, erklärte die Situation gegenüber der Bildzeitung. Ihr Sohn Nikita ist gerade einmal zwei Jahre alt.

"Das Foto verfälscht den Moment! Nikita ist gestolpert, ich wollte nicht, dass er fällt und die anderen Kinder ihn umrennen, da habe ich ihn am Arm hochgezogen", rechtfertigt sie sich.

Verteidigungshaltung
Da die 39-Jährige weiß, dass die ganze Stadt über sie spricht, ist sie im Gespräch mit der Bild-Zeitung in Verteidigungshaltung. "Ich bin eine gute Mutter!", erklärt sie mehrfach, so als müsste sie sich selbst davon überzeugen.

Medaille versprochen
Ihr Sohn Nikita soll die Medaillen von seinem großen Bruder Roman kennen. Aus diesem Grund habe ihm Draniceri bei diesem Lauf seine erste eigene versprochen.

Sie startete mit ihm in der ersten Reihe, da sie gewusst habe, dass Nikita ein schneller Läufer sei. Sie habe ihn nur beschützen wollen, als ihr Sohn kurz vor dem Ziel zu stürzen drohte.

Andere Geschichte
Der Mann, der das Foto knipste, Manfred Binder, erzählt jedoch eine komplett andere Geschichte: "Einige rissen von der Mitte bis zur Ziellinie an den Kleinen. Durch das Publikum ging ein Raunen."

Der 39-Jährigen setzen die heftigen Reaktionen stark zu. Immer wieder hört sie Leute über sie tuscheln, doch den Mut, sie direkt anzusprechen, hat niemand. "Es schaut blöd aus, das sehe ich selbst. Aber ich habe ihn nicht gezwungen, schneller zu laufen. Mein Sohn hatte bei dem Rennen wahnsinnig Spaß und wollte danach sogar noch eine zweite Runde laufen", würde sie den Leuten gerne erklären.

Klare Vorstellung
Doch die Nervosität ist Tatiana Draniceri anzumerken. Viele Dinge erzählt sie mehrfach, einmal weicht sie jedoch von ihrer Version ab: "Als ich durch das Ziel gelaufen bin... äh, nein: Als die Kinder durch das Ziel gelaufen sind..."

Laut Bild.de spürte man im Gespräch, dass die 39-Jährige wirklich keine schlechte Mutter ist, sie aber dennoch klare Vorstellungen davon hat, was für ihre Kinder am besten ist. Auch was aus Nikita werden soll, weiß sie schon ganz genau: "Wenn wir uns in zwanzig Jahren wieder treffen, ist Nikita Eishockeyprofi, das weiß ich jetzt schon." Da bleibt nur zu hoffen, dass auch Nikita mit diesen Plänen einverstanden ist.

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