Missbrauchsprozess in Linz: Mutter verurteilt

Klage gegen Vater vertagt

Missbrauchsprozess in Linz: Mutter verurteilt

Der Prozess gegen einen 30-Jährigen, der seine drei Kinder über Jahre sexuell missbraucht haben soll, ist am Montag vertagt worden. Der Angeklagte, dem bis zu 15 Jahre Haft drohen, bekannte sich nicht schuldig. Die 32-jährige Mutter der zwei Buben und des Mädchens wurde wegen des Vergehens des Quälens oder Vernachlässigens von unmündigen oder wehrlosen Personen zu sechs Monaten bedingt verurteilt.

Die Söhne - sie sind heute elf und fünf Jahre alt - und das Mädchen, das mittlerweile drei Jahre alt ist, waren in Kinderdörfern untergebracht, weil es schon früher Probleme gegeben habe, berichtete der Staatsanwalt. Nachdem die Buben selbst sexuelle Äußerungen getätigt und entsprechende Handlungen gesetzt hatten, kam man auf die Spur des Verdächtigen.

Dieser legte in den folgenden Einvernahmen ein umfangreiches Geständnis ab. Er soll sich an einem Buben, als dieser vier bis acht Jahre alt war, dreimal wöchentlich vergangen haben, so die Anklage. Auch bei dem anderen Sohn sei es demnach wiederholt zu Übergriffen gekommen, er war zum Tatzeitpunkt zweieinhalb. Seine Tochter soll der Mann missbraucht haben, als sie gerade einmal ein Jahr alt war. Laut einem Gutachten leiden die drei mutmaßlichen Opfer unter schweren posttraumatischen Belastungsstörungen.

Bei einer Hausdurchsuchung wurden auf dem Computer des Beschuldigten, der bereits früher mit dem Gericht zu tun hatte und während der Verhandlung immer wieder in Tränen ausbrach, zahlreiche kinderpornografische Bilder sichergestellt. Sein Mandant sei geistig beeinträchtigt, "schwerbehindert", betonte der Verteidiger. Es habe aber niemand verhindert, "dass furchtbar arme Kinder entstanden sind". Nachwuchs könne man so viel bekommen, wie man will - "egal, wie blöd oder gescheit man ist".

Auf die Frage, warum er nicht mehr bei seinen Eltern ist, habe der älteste Bub, der wie sein Vater zurückgeblieben sei, lediglich geantwortet, weil ihn seine Mutter geschlagen habe. Der Beschuldigte sei von der Polizei unter Druck gesetzt worden und habe schließlich den angeklagten Missbrauch zugegeben. Der Anwalt beantragte ein Gutachten zum Beweis, dass die Zurechnungsfähigkeit des 30-Jährigen zumindest wesentlich herabgesetzt sei.

Die Verhandlung wurde am Nachmittag auf unbestimmte Zeit vertagt. Der Hauptschöffe erklärte sich für befangen, der Ersatzschöffe versteht laut eigenen Angaben nicht ausreichend Deutsch. Nun soll die beantragte Expertise eingeholt werden.

Das Urteil gegen die ebenfalls angeklagte Frau, die auch 500 Euro Schmerzensgeld zahlen muss, ist noch nicht rechtskräftig: Verteidiger und Staatsanwalt gaben keine Erklärung ab. Die Beschuldigte soll einen der Söhne, als er fünf bis sechs Jahre alt war, rund ein Jahr lang täglich heftig mit der flachen Hand ins Gesicht geschlagen haben.

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