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Nur noch wenig Hoffnung für Vermisste

Sprengstoffwerk

© Peter Haselmann

Nur noch wenig Hoffnung für Vermisste

Die Ermittlungen und die Suche nach den vermissten Arbeitern im Sprengstoffwerk im obersteirischen St. Lambrecht, wo es am Dienstag zu einer verheerenden Explosion gekommen war, werden auch am Donnerstag fortgesetzt, erklärte der Einsatzleiter des Landeskriminalamtes (LKA) Harald Stranz. Die Hoffnung, die beiden Männer lebend zu finden, seien aber "äußerst gering", hieß es. Die am Mittwoch entdeckten organischen Spuren werden von der Gerichtsmedizin untersucht.

Gerichtsmedizin soll helfen
Der Auftrag an die Gerichtsmedizin werde von der Staatsanwaltschaft Leoben noch am Donnerstag erteilt, erklärte Sprecher Walter Plöbst. Eine DNA-Untersuchung soll klären, ob die Funde von den beiden Vermissten stammten, so Stranz. Indessen wird am Unfallort weiterhin ermittelt, wobei sich die Arbeit schwierig gestalte, da "alles eingestürzt" sei und behutsam vorgegangen werden müsse, meinte der LKA-Beamte. Voraussichtlich am Freitag sollen auch wieder Spürhunde zum Einsatz kommen. Insgesamt seien fünf Experten der Brandgruppe, einige Spurensicherer und drei Hundeführer an Ort und Stelle, so Stranz.

Einige der verletzten Arbeiter, die sich zum Explosionszeitpunkt in Nebengebäuden befunden hatten, wurden bereits einvernommen. Sie berichteten, einen "Klescher" gehört zu haben und teilweise von der Druckwelle umgeworfen worden zu sein. Teile seien durch die Luft geflogen und hätten sie teilweise getroffen. Einige der Arbeiter seien aus Angst vor einer weiteren Explosion in den Wald geflüchtet oder in Deckung gegangen, schilderte Stranz die Aussagen der geschockten Mitarbeiter.

Walter Plöbst zufolge habe der Sachverständige des Innenministeriums noch kein Gutachten erstellt und die Fertigstellung werde noch einige Tage dauern. Die Unfallursache liegt daher noch immer im Dunkeln.

Keine Spur von Vermissten
Von den beiden nach der Explosion in dem obersteirischen Sprengstoffwerk in St. Lambrecht vermissten Arbeitern fehlte am Mittwochmittag noch jede Spur. Dies gab der Sachverständige des Innenministeriums, Karl Reischl, bei einer Pressekonferenz bekannt. Ab Mittag standen Spürhunde im Einsatz - diese wurden von der Staatsanwaltschaft angefordert.

Die Ursache der Detonation ist nach wie vor unklar. Die Reste des in die Luft geflogenen Gebäudes seien vorsichtig zu untersuchen. "Es ist zum Teil schwer beschädigt", so Reischl. Im Werk lagern in unterirdischen Bunkern drei bis vier Tonnen Sprengmaterial. Dem Geschäftsführer des Werkes, Wolfgang Schuster zufolge ist der Schaden noch nicht abschätzbar.

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