Eriwan: Geiselnehmer geben auf

Armenien

Eriwan: Geiselnehmer geben auf

Nach zwei Wochen Nervenkrieg ist die Geiselnahme durch Regierungsgegner in Armenien endgültig beendet: Nachdem sie am Vorabend ihre letzten beiden Geiseln freigelassen hatten, gaben die Bewaffneten am Sonntag auf und verließen das von ihnen besetzte Polizeigebäude.

Der Einsatz der Sicherheitskräfte sei zu Ende, 20 "Terroristen" seien festgenommen worden, teilten die Sicherheitsbehörden am Abend in Eriwan mit.

20 bewaffnete Anhänger

Rund 20 bewaffnete Anhänger des inhaftierten Oppositionsführers Jirair Sefilian hatten das Polizeigebäude am 17. Juli gestürmt und einen Polizisten getötet und zunächst acht Menschen als Geiseln genommen, um den Rücktritt von Präsident Serzh Sargsyan sowie die Freilassung von Oppositionsführer Sefilian zu erzwingen.

Nach und nach hatten sie ihre ersten Geiseln wieder freigelassen, am Mittwoch jedoch zwei Ärzte und zwei Krankenschwestern in ihre Gewalt gebracht, die zur Behandlung von Verletzten in das Gebäude gegangen waren. Am Samstag stellten die Sicherheitskräfte den Geiselnehmern ein Ultimatum, bis zum Nachmittag aufzugeben. Am Abend wurden dann die letzten beiden Geiseln freigelassen.

Allerdings erschoss nach Polizeiangaben ein Scharfschütze aus der Wache heraus einen Polizisten. Die Regierungsgegner wiesen das jedoch als unmöglich zurück.

Kundgebungen
Am Samstagabend gingen zudem erneut mehr als 5000 Anhänger der Opposition zur Unterstützung der Geiselnehmer und ihrer Forderungen auf die Straße, wie ein AFP-Reporter berichtete. Wie jeden Abend versperrten Sicherheitskräfte den Demonstranten den Weg zur besetzten Polizeiwache. Die Demonstration verlief weitgehend friedlich, allerdings übergoss sich ein Demonstrant mit Benzin und zündete sich an. Er wurde ins Krankenhaus gebracht.

Bei einer ähnlichen Kundgebung am Freitag hatten sich Demonstranten und Polizei bis in die Nacht heftige Auseinandersetzungen geliefert. Die Polizei versuchte, die Kundgebung mit Schlagstöcken, Rauchbomben und Blendgranaten gewaltsam aufzulösen. 63 Menschen wurden verletzt, 165 Demonstranten wurden nach Polizeiangaben festgenommen. 26 von ihnen blieben anschließend in Haft.
 

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