Julian Assange steckt in Einzelhaft

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Julian Assange steckt in Einzelhaft

Wikileaks-Gründer Julian Assange ist in eine gesonderte Zelle eines Gefängnisses im Südwesten Londons verlegt worden. Die Gefängnisverwaltung habe die Verlegung "zu seiner Sicherheit" am Donnerstag angeordnet, sagte Assanges Anwältin Jennifer Robinson.

Haft macht Assange zu schaffen
Der 39-jährige Australier habe in der Haftanstalt jedoch Probleme, weil er "keine Erholung bekommt, nur mit Schwierigkeiten nach außen telefonieren kann und allein ist", fügte Robinson hinzu. Assange war am Dienstag wegen Vergewaltigungsvorwürfen der schwedischen Staatsanwaltschaft in London verhaftet worden. Über seine Auslieferung wurde noch nicht entschieden.

Assange tut sich schwer, mit der Hand zu schreiben
Assange habe in der Haft zudem keinen Zugriff auf einen Computer, kritisierte Robinson. Es falle ihm schwer, mit der Hand zu schreiben, weshalb er zur Vorbereitung einer geplanten Justizbeschwerde einen Laptop brauche.

Assange darf am Computer arbeiten

Der Wikileaks-Mitbegründer soll nun ausnahmsweise einen Computer und eingeschränkten Zugang zum Internet bekommen. Gefängnisinsassen dürfen in Großbritannien normalerweise keinen eigenen Computer haben. Nun soll Assange an einem speziellen Programm teilnehmen, bei dem Inhaftierten ein Rechner mit eingeschränktem Internetzugang zur Verfügung gestellt wird.

Grauer Gefängnisanzug

Insgesamt sei Assange in "sehr guter Verfassung", sagte Robinson. Er trage derzeit einen grauen Gefängnisanzug. Bei der Festnahme habe er keine eigene Reservekleidung mitgehabt, weil er nicht erwartet habe, in Haft zu kommen. Der Richter hatte seinen Antrag auf Freilassung auf Kaution abgelehnt, weil er fürchtete, Assange könne flüchten.

Fahndung nach "Online-Saboteuren"

Unterdessen fahnden Ermittler nach der Festnahme eines 16-jährigen Niederländers wegen Hacker-Attacken auf US-Finanzkonzerne verstärkt nach "Online-Saboteuren". Weitere Festnahmen, auch in anderen Ländern, seien denkbar, hieß es am Freitag bei der Staatsanwaltschaft in Den Haag. Kurz danach legten Unbekannte für mehrere Stunden die Website der Behörde lahm. Auch Seiten der niederländischen Polizei wurden mehrfach gestört.

Mastercard, Visa und PayPal attackiert
Dem Teenager werden Hacker-Angriffe auf die Finanzunternehmen Mastercard, Visa und PayPal vorgeworfen. Er habe offenbar mit einer größeren Gruppe von Wikileaks-Sympathisanten bei den Netz-Angriffen kooperiert, hieß es. Die Angreifer sollen einen Server in Haarlem unweit von Amsterdam benutzt haben. Dabei blieb zunächst unklar, ob sich weitere Mitglieder dieser Gruppe in den Niederlanden oder im Ausland aufhalten. Der 16-Jährige legte laut niederländischen Medienberichten ein Geständnis ab. Er sollte im Laufe des Freitags einem Untersuchungsrichter vorgeführt werden, der unter anderem über eine Fortsetzung der Haft entscheiden muss.

DDoS-Angriffe
Die Internet-Attacken werden von einer Gruppe mit dem Namen "Anonymous" organisiert. Es geht um sogenannte DDoS-Angriffe (Distributed Denial of Service), bei denen hunderte oder tausende zusammengeschlossene Computer einen Web-Server mit Anfragen überhäufen, bis er unter dieser Last in die Knie geht.

WikiLeaks-Chef: "Nichts mit Internet-Angriffen zu tun"
Assange betonte über seinen Anwalt, dass er bzw. Wikileaks nichts mit den Internet-Angriffen zu tun habe. Er wehre sich auch dagegen, dass Wikileaks in einen Topf mit Hacker-Gruppen geworden werde, sagte Anwältin Jennifer Robinson dem australischen Fernsehsender ABC. Wikileaks sehe sich als Medien-Organisation, obwohl Assange selbst ursprünglich aus dem Hacker-Milieau kommt.

Demonstration in Australien
Ebenfalls am Freitag demonstrierten in Australien - Assanges Heimatland - hunderte Menschen für die Enthüllungsplattform und gegen die Verhaftung ihres Mitbegründers. Mit Spruchbändern und Plakaten forderten sie die australische Regierung auf, sich für Assanges Rechte einzusetzen. Die Proteste richteten sich vor allem gegen Regierungschefin Julia Gillard. Diese hatte dem 39-Jährigen wegen der Veröffentlichung von US-Geheimdepeschen vorgeworfen, "in grober Weise unverantwortlich" gehandelt und einen "illegalen Akt" begangen zu haben. Dies wurde von den Demonstranten allerdings heftig bestritten.


 

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