Londoner Hochhausbrand: Mittlerweile 30 Tote!

Dutzende Vermisste

Londoner Hochhausbrand: Mittlerweile 30 Tote!

 Die Zahl der Opfer bei dem verheerenden Hochhausbrand in London ist laut Polizei auf 30 gestiegen. Bisher war man von 17 Toten ausgegangen.  Sie fürchtet, es könne mehr als 60 geben. Auch die Möglichkeit, dass die Zahl der Todesopfer in den dreistelligen Bereich steigen könnte, schloss die Behörde nicht aus. In der Zwischenzeit wurde das erste Opfer identifiziert. Es handelt sich um einen syrischen Flüchtling namens Mohammed Alhajali.

Sein Bruder Omar brach in Tränen aus, als er von der Flucht der beiden aus dem 14. Stock berichtete. Omar dachte, dass sein Bruder entkommen konnte, er hatte ihn allerdings aus den Augen verloren. Nun wurde bekannt, dass Mohammed es nicht ins Freie geschafft hat. Kurz vor seinem Tod hatte er noch mit Omar telefoniert: "Warum hast du mich allein gelassen. Ich sterbe. Ich kann nicht atmen."

Berichten zufolge lebten zwischen 400 und 600 Menschen in dem 24 Stockwerke hohen Sozialbau. 24 Menschen wurden am Freitag noch in Krankenhäusern der britischen Hauptstadt behandelt. Der Zustand von zwölf Patienten sei derzeit kritisch, teilte die Gesundheitsbehörde mit. Die Feuerwehr blieb auch am Freitag im Einsatz. Der Brand im Grenfell Tower ist Augenzeugenberichten zufolge noch nicht vollständig gelöscht. Rettungsteams suchten mit Drohnen und Spürhunden nach Menschen.
 

London Feuer Hochhaus-Brand © APA/AFP/Natalie Oxford/NATALIE OXFORD

Neue Wohnungen bis zum Wochenende

Alle Bewohner des Hochhauses sollen bis zum Wochenende eine neue Wohnung erhalten, sagte Megan Hession von der Bezirksverwaltung in Kensington und Chelsea. Zahlreiche Menschen hatten auch die vergangene Nacht noch in Turnhallen und Hotels verbracht.

Aktivisten riefen für den Abend zu einer Solidaritätskundgebung im Regierungsbezirk Westminster. Die Demonstration soll vor dem Ministerium für Kommunen stattfinden, das auch für Wohnungsbau verantwortlich ist. Nach dem Unglück geben viele Bürger der britischen Regierung eine Mitschuld an der Brandkatastrophe. Auf Facebook hatten am Freitagvormittag schon knapp 2.000 Demonstranten ihre Teilnahme an der Kundgebung unter dem Motto "Justice for Grenfell!" (Gerechtigkeit für Grenfell) angekündigt.

Diashow London: Großbrand in Hochhaus

Großbrand in Hochhaus ++ Zahlreiche Verletzte ++

Großbrand in Hochhaus ++ Zahlreiche Verletzte ++

Großbrand in Hochhaus ++ Zahlreiche Verletzte ++

Großbrand in Hochhaus ++ Zahlreiche Verletzte ++

Großbrand in Hochhaus ++ Zahlreiche Verletzte ++

Großbrand in Hochhaus ++ Zahlreiche Verletzte ++

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Kühlschrank-Brand als mögliche Ursache

Auf der Suche nach der Feuerursache kann bisher weder Brandstiftung noch ein technischer Defekt ausgeschlossen werden. Die "Daily Mail" berichtete, dass der Brand in der Wohnung eines Taxifahrers im vierten Stock ausgebrochen sei. Scheinbar geriet ein Kühlschrank in Brand. Premierministerin Theresa May kündigte eine unabhängige Untersuchung des Unglücks an, auch um aufzuklären, ob der Brandschutz mangelhaft war.

Viel Ärger fokussierte sich auf die erst kürzlich angebrachte Fassadenverkleidung. Die Grenfell-Mieterinitiative teilte mit, man habe wegen der schlechten Sicherheitsstandards in dem Hochhaus und anderswo im Bezirk in den vergangenen Jahren häufig gewarnt.

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