Ex-Antimafia-Staatsanwalt:

"Mafia verschont Italien vor Anschlägen"

Laut dem ehemaligen Antimafia-Staatsanwalt Vincenzo Macri ist Italien bis jetzt von islamistischen Anschlägen verschont geblieben, weil die Terroristen mit der Mafia im Süden verstrickt sind. Die Mafia betreibe illegale Geschäfte mit den islamischen Fundamentalisten, unter anderem Menschenhandel.

"Das beschert Italien eine relative Sicherheit vor Anschlägen im Vergleich zu anderen Ländern", so Macri im Interview mit der Mailänder Tageszeitung "Corriere della Sera" am Sonntag. Die Mafia beteilige sich nicht nur am Menschenhandel über das Mittelmeer, sie profitiere auch von der Flüchtlingsversorgung. Viele Flüchtlingszentren in Süditalien seien von Genossenschaften kontrolliert, die von der Mafia unterwandert seien.

Warnung vor Verbreitung mafiöser Organisationen

Macri warnte vor der Verbreitung mafiöser Organisationen, vor allem der in Kalabrien verankerten 'Ndrangheta, in Norditalien und im Rest Europas. Die 'Ndrangheta sei nicht nur in die norditalienische Wirtschaft eingedrungen, sie habe ganze Bereiche infiltriert. Mailand sei die europäische Hauptstadt des Kokains. "Mailand ist der Ort, an dem der Kokainpreis bestimmt wird", sagte Macri.
 

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