Namen von 380 Spionen veröffentlicht

Aus Versehen

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Namen von 380 Spionen veröffentlicht

Die tschechischen Behörden haben irrtümlich die Namen von 380 Offizieren der militärischen Auslandsspionage und ihrer Mitarbeiter veröffentlicht. Wie die tschechische Tageszeitung "Mlada fronta Dnes"berichtete, handelt es sich um Leute, die nach schon für die Kommunisten spioniert hatten und nach der Wende im Jahr 1989 vom neuen Geheimdienst übernommen wurde. Mehrere von ihnen seien bis heute in der Spionage tätig und ihr Leben könnte so in Gefahr sein, schrieb das Blatt.

Lebensgefahr
"Wenn dem so ist, dann ist es ein großes Malheur. Diese Leute müssen sofort nach Hause beordert werden", sagte der Geheimdienst-Experte und frühere Militärspionage-Chef Jiri Ruzek dem Blatt. Einer der betroffenen Offiziere, Frantisek Masopust, der bis 2002 als charge d'affaires an der tschechischen Botschaft in Moskau arbeitete, erklärte: "Ich weiß schon, dass man mich verraten hat. Ob es mich beleidigt oder stört? Das ist ein schwaches Wort. So etwas sollte in einem normalen Staat nicht passieren."

Der Offizier Vaclav Mleziva, der noch bis vor kurzem in Skopje als Diplomat tätig war, musste sofort zurück nach Prag abgezogen werden. "Er ist nicht mehr Mitarbeiter unseres Ministeriums. Wo er jetzt ist, wissen wir nicht", erklärte eine Sprecherin des Prager Außenministeriums auf Anfrage.

Das Verteidigungsministerium versucht die Affäre herunterzuspielen. Sein Sprecher Jan Pejsek sagte, der militärische Nachrichtendienst "nimmt das Problem wahr, allerdings gibt es keine direkte Bedrohung der Tätigkeit der Agentur".

Drei Monate im Internet
Die Namen der Offiziere und deren Mitarbeiter waren drei Monate im Internet zu sehen. Nach der Veröffentlichung im April wurden sie im Juni entfernt. Die Behörde für die Verwaltung der Akten der einstigen kommunistischen Geheimdienste (USTR) hatte nämlich zunächst vergessen, die Namen jener auch nach 1989 aktiven Spione von der zur Veröffentlichung bestimmten Liste zu löschen. Die USTR aber weist die Verantwortung für den Vorfall von sich und verweist auf den militärischen Nachrichtendienst. Dieser hätte die Namen unter Verschluss halten und nicht an die USTR liefern sollen, sagte der frühere USTR-Chef Pavel Zacek.

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