Putin dreht uns das Gas ab

Gas-Zoff

Putin dreht uns das Gas ab

Den zweiten Tag in Folge drosselte Russland den Gasfluss nach Österreich. Das bestätigt E-Control-Vorstand Martin Graf. Zwar ist von „normalen Schwankungen“ die Rede. Wahrscheinlicher ist aber, Russland will der EU die Sanktionen heimzahlen: „Wir haben eine Reihe Produkte, bei denen unsere europäischen Partner mehr von Russland abhängen als wir von ihnen“, so Putin-Berater Andrej Beloussow.

Voller Speicher
 Bis dato hat Moskau „nur“ Einfuhrverbote für EU-Lebensmittel verhängt. Schon das kostet Österreich 775 Millionen Euro. Ein Gaskrieg wäre die höchste Eskalationsstufe. Noch haben die reduzierten Gaslieferungen keine Auswirkungen. Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP): „Es braucht sich niemand Sorgen zu machen, dass der Gasherd kalt bleibt.“ Man habe vorgesorgt. Die Gasspeicher sind fast zu 100 % voll. Was derzeit geliefert werde, übersteige noch immer den Verbrauch, heißt es bei der OMV.

Österreich bezieht 56 % seines Gasbedarfs aus Russland. Wenn es knapp wird, müssen Industrie und Kraftwerke als Erste einsparen, erläutert Graf von E-Con¬trol. So war es 2009, als schon einmal über Wochen kein Gas aus Russland kam.

(wek, sea)

Milliarden-Mission von Faymann bei Putin

SP-Kanzler Werner Faymann will Schlimmeres verhindern: „Sanktionen alleine bringen uns nicht dorthin, wo wir hinwollen“, sagte der Kanzler zu ÖSTERREICH. Deshalb will Faymann – in enger Abstimmung mit der EU – vermitteln. Ziel des Kanzlers: „Wir werden im Konflikt mit der Ukraine nicht in die militärische Logik einsteigen“, sagt er. Deshalb werde er zuerst in Rom mit Federica Mogherini, Europas neuer Außenministerin, konferieren. Danach wird er in Kiew Ukraine-Präsident Petro Poroschenko treffen und mit Russlands Präsidenten Putin telefonieren. Kanzler und Kremlchef haben einander zuletzt vor wenigen Wochen in Wien getroffen. Putin reiste damals zur Unterzeichnung eines „Gas-Pipeline-Vertrages“ nach Österreich.

„Austro“-Drohnen zur Grenz-Überwachung
VP-Außenminister Kurz begrüßt die Kanzler-Mission: „Jede mit EU und OSZE abgestimmte Initiative kann hilfreich sein.“Österreich beteilige sich auch technologisch an einer Ukraine-Friedens-Lösung. In Österreich hergestellte Drohnen zur Überwachung der Grenzen zu Russland werden eingesetzt.

(wek)

E-Control-Vorstand Martin Graf: "Gasversorgung bei uns vorerst sicher"

ÖSTERREICH: Wie sieht es mit den Gaslieferungen aus?
Martin Graf: Am Donnerstag kamen rund 15 % weniger, am Freitag auch. Leichte Einschränkungen bei der Liefermenge sind nicht unüblich, können technische Gründe haben. Sonst bewegt sich das um die 10 %.

ÖSTERREICH: Weiß man, was jetzt los ist?
Graf: Bei Liefereinschränkungen wird automatisch bei Gazprom nach den Gründen gefragt – aber dieses Mal lässt die Antwort auf sich warten.

ÖSTERREICH: Müssen wir uns Sorgen ums Heizen machen?
Graf: Nein, die Gasversorgung in Österreich ist vorerst gesichert. Die Gasspeicher sind fast zu 100 % voll. Für die Haushalte reicht der Vorrat sehr lang, außerdem wird ja weiter Gas geliefert.

ÖSTERREICH: Und wenn Putin den Hahn ganz zudreht?
Graf: Das hat es ja schon ge­geben, in der Ukraine-Krise 2009. Damals hat auch kein Haushalt in Österreich das gespürt. Wenn es knapp zu werden droht, tritt die Energielenkung in Kraft – der Wirtschaftsminister muss dann ausloten, wo es bei ­der Industrie Einsparmöglichkeiten gibt.

(sea)

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